Arbeits- und Gewerkschaftsrechte

Vor dem Hintergrund der weltweiten Deregulierung der nationalen Arbeitsmärkte haben Konzerne wie Nestlé mit Hilfe von Personalabbau, Produktionsverlagerungen, der Umwandlung von festen in temporäre Beschäftigungsverhältnisse und der Ausschaltung von Gewerkschaften in den letzten Jahren massive Gewinne erzielt. Beispielsweise hat Nestlé in den 10 Jahren zwischen 2000 und 2010 ihren Reingewinn um 594% von 5,8 Milliarden CHF auf 34,2 Milliarden gesteigert. Der Personalbestand wuchs in der gleichen Zeit nur um 25% von 225'000 auf 281'000 Beschäftigte.

„Alle gegen alle“ und Zunahme von unsicheren Beschäftigungsverhältnissen

Nestlé hat seiner noch heute verfolgten Wirtschaftsstrategie im Jahre 2007 den Namen "Operation Excellence" gegeben. Dabei geht es um die Maximierung der Produktivität und der Gewinne durch Wettbewerb: Mitarbeitende in jedem Betrieb treten in einen Wettbewerb zu anderen Nestlé-Mitarbeitenden im In- und Ausland. Betriebseinheiten, die nicht Schritt halten, werden durch Umstrukturierung oder Schließung bestraft. Durch die Reduktion von Dauerbeschäftigungsverhältnissen und ihre Ersetzung durch Gelegenheitsarbeiten bewirkt Nestlé sogar den Wettbewerb zwischen Mitarbeitenden, die im selben Unternehmen dieselben Aufgaben erfüllen, denn Gelegenheitsbeschäftigte erhalten nicht die gleichen Bedingungen und Leistungen wie Direktangestellte.

Verhalten gegenüber Gewerkschaften

„Dort wo es Gewerkschaften gibt, wird Nestlé stets versuchen, sie zu schwächen. Outsourcing und Temporäranstellungen sind die wichtigsten Instrumente, mit denen Unternehmensleitungen die Position von Gewerkschaften auf Betriebsebene zu schwächen versuchen“, so Peter Rossman von der internationalen Lebensmittelarbeitergewerkschaft IUL. Nestlé hat die IUL auf der globalen Ebene bis heute nicht als Verhandlungspartnerin anerkannt. In Europa gibt es aufgrund der EU-Gesetzgebung eine beschränkte Anerkennung der IUL durch Nestlé in Form des Europäischen Betriebsrates. Mit anderen Worten: Die Nestlé-Konzernleitung in Vevey behält sich das Recht vor, wichtige Entscheidungen zu treffen, die das Leben der Konzern-Mitarbeitenden in aller Welt berühren, lehnt jedoch jede Verantwortung für globale Arbeitsbeziehungen ab.

Konkrete Fälle

Fabriken von Nestlé, in denen Verstösse gegen Arbeits- und Gewerkschaftsrechte zu verzeichnen sind:

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