Wasser

Nestlé Waters: Die Folgen des Wachstums im Markt für Flaschenwasser
Nestlé ist die Nummer 1 im weltweiten Markt für Flaschenwasser. Nestlé Waters besitzt 5 internationale Marken (Perrier, Contrex, Vittel, Acqua Panna et San Pellegrino), mehrere Dutzend lokale Marken in 36 Ländern weltweit, was total einen Marktanteil von 19% ergibt. Die relativ neue Marke Pure Life ist seit 2008 die weltweit am meisten verkaufte Marke von Flaschenwasser. In allen fünf Kontinenten übernimmt Nestlé zunehmend existierende Marken und erwirbt Konzessionen zur Nutzung von Quellen, wo sie Abfüllanlagen baut. Der Markt für Flaschenwasser befindet sich in voller Expansion: Ende der 1980er Jahre betrug das jährliche Volumen noch 7.5 Milliarden Liter; 2003 schon 84 Milliarden Liter und 2007 bereits 189 Milliarden Liter. Insbesondere die Bevölkerung des Nordens konsumiert immer mehr Wasser in Flaschen; das Angebot diversifiziert, die Wasserspender (wo Nestlé Marktleader in Europa und den USA ist) vervielfachen sich in Firmen, Verwaltungen und Einkaufszentren. Die Ursache dieser Entwicklung: sehr einflussreiche Marketing- und Medienkampagnen, welche die KonsumentInnen zu überzeugen versuchen, dass das Flaschenwasser besser, gesünder und reiner sei als das Leitungswasser, was (zumindest in der Mehrheit der westlichen Länder) völlig falsch ist. Über den absurden und überflüssigen Aspekt der Schaffung eines künstlichen Bedürfnisses und die Vermarktung eines ausserdem fast gratis zugänglichen Gutes hinaus, bringt der Markt für Flaschenwasser negative ökologische, soziale und menschliche Folgen mit sich:

Zugang zu Trinkwasser wird beschnitten
300 bis 1000mal teurer als Leitungswasser kann Flaschenwasser zwar die wohlhabenden Klassen der zwei Erdhälften versorgen, aber es bleibt unerschwinglich für die mittellose Bevölkerung der Länder des Südens. Die Privatisierung der Wasserquellen ist schädlich für die traditionellen Wasserverteilungssysteme. Nestlé kauft oft zu spottbilligen Preisen Konzessionen zur Nutzung von Quellen, wodurch sich in der Folge die lokale Bevölkerung oft ihres lebenswichtigen und legitimen Zugangs zu Trinkwasser beraubt sieht.
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Das ökologische Gleichgewicht wird durch den massiven Wasserabbau zerstört
Andere bedenkliche Folgen sind zu beobachten: um die unaufhörlich wachsende Nachfrage zu befriedigen, kann die Ausbeutung der Wasserquellen die natürliche Wiederherstellung des Wassers beeinträchtigen und zu Schäden des ökologischen Gleichgewichts führen. Der diesbezüglich bekannteste Fall ist in Brasilien: Während vieler Jahre hat Nestlé im Naturpark Saõ Lourenço Quellenwasser abgepumpt und entmineralisiert, um das Flaschenwasser der Marke Pure Life zu produzieren.

Vermarktung von Flaschenwasser führt zu einem gigantischen Plastikverbrauch
Die Flaschenwasser-Industrie verbraucht etwa 1.5 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr. Die Herstellung von Plastik benötigt nichterneuerbare Rohstoffe und entlässt beträchtliche Mengen von chemischen giftigen Produkten ins Wasser und in die Luft. Nestlé brüstet sich mit ihrem Recycling-System, aber auf jede wiederverwertete Tonne Plastikflaschen werden vier Tonnen weggeworfen. Die nicht wieder verwerteten Plastikflaschen gelangen entweder über Müllhalden in die Erde, wo sich Giftstoffe lösen und das Grundwasser verschmutzen, oder sie werden in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt, was Schadstoffe in die Luft freisetzt (Stickstoff, Schwefel und Kohlenoxide). Schliesslich muss auch die grosse Menge an Treibstoff erwähnt werden, welche für den Transport und Vertrieb der Flaschen benötigt wird.

Wichtige Rolle von Nestlé

Nestlé Waters ist ein wichtiger Akteur in der weltweiten Expansion des Marktes für Flaschenwasser und trägt deshalb eine grosse Verantwortung für die Folgen. Trotz der guten Absichtserklärungen ist und bleibt das Hauptziel der Firma das Wachstum und die Gewinnmaximierung. Es ist sehr problematisch, ein so wertvolles Gut wie Wasser einer solchen Logik zu unterwerfen.

Konkrete Fälle

Konkrete Fälle problematischer Erschliessung und Vermarktung von Wasser:

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