Mangelnde Information und Einbezug der Bevölkerung

Xstratas Nachhaltigkeitspolitik verpflichtet das Unternehmen, frühestmöglich und während der gesamten Minentätigkeit «in einer kulturell angemessenen und transparenten Weise auf die betroffenen Gemeinschaften einzugehen, um eine Beziehung aufzubauen, die auf gegenseitigem Profit und auf aktiver Partizipation beruht». Ebenfalls unterstützt das Bergbauunternehmen nach eigenen Angaben die UNO-Deklaration für Menschenrechte. Diese Absichtserklärungen stehen in deutlichem Gegensatz zu Berichten betroffener Gemeinschaften. Entsprechend war etwa die vom Kupferabbau in Las Bambas (Peru) betroffene indigene Bevölkerung nie über die Vergabe einer Konzession für den Bergbau in ihrem Gebiet konsultiert worden. Treffen, die Xstrata mit der lokalen Bevölkerung organisierte, wurden nicht in der Sprache der AnwohnerInnen abgehalten, wodurch Transparenz und Partizipation ein Lippenbekenntnis blieben. Das erwähnte Minenprojekt in Peru gilt ironischerweise als Vorzeigeprojekt von Xstrata in Sachen Nachhaltigkeit. Ebenfalls keine Konsultation der betroffenen Bevölkerung fand rund um die Zink-Blei-Silber-Mine am McArthur-Fluss in Australien oder in der Tampakan-Kupfer- und Goldförderung auf Mindanao auf den Philippinen statt. Dies, obwohl letztere, wenn sie wie geplant umgesetzt wird, zu Zwangsumsiedlungen führen wird. Gemäss seiner Absichtserklärung müsste der Konzern wenn möglich Umsiedlungen vermeiden und die Betroffenen frühestmöglich dazu konsultieren und informieren. Die Absichtserklärung Xstratas steht ebenfalls in krassem Gegensatz zur Verhaltensweise des Konzerns in Kolumbien rund um den Kohleabbau im Tagbau in der Mine El Cerrejón: Dort wurde 2001 das Dorf Tabaco mit Bulldozern zerstört, nachdem sich die verbliebenen EinwohnerInnen geweigert hatten wegzuziehen. Gegen Xstrata wurde in diesem Zusammenhang eine Klage wegen Verletzung der OECD-Richtlinien beim Schweizer Kontaktpunkt eingereicht.

Konkrete Fälle

Minen von Xstrata, bei denen die lokale Bevölkerung nicht oder ungenügend konsultiert worden ist: