Arbeitsrechte

Gemäss eigenen Angaben unterstützt Xstrata die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über grundlegende Arbeitsprinzipien und -rechte. «Alle Angestellten können sich einer Gewerkschaft anschliessen und sich kollektiv vertreten lassen, wie das unsere Business Principles festlegen. Rund 61 Prozent unserer fest angestellten ArbeitnehmerInnen sind durch Kollektivverträge vertreten», schreibt der Konzern in seinem Nachhaltigkeitsbericht. Nicht erwähnt sind dabei die 24'246 Angestellten oder knapp 40 Prozent der ArbeiterInnen, die in einem indirekten Arbeitsverhältnis stehen. Diese werden durch Unter-firmen, Leiharbeitsfirmen oder Kooperativen angestellt und können sich aufgrund der unsicheren, oft befristeten Arbeit nicht gewerkschaftlich organisieren und erhalten weniger Lohn und Sozialleistungen.
Dass die Organisationsfreiheit auch der Festangestellten nicht so gewährleistet ist, wie das der Konzern darstellt, zeigte sich Anfang Mai 2010, als eine Delegation australischer Bergarbeiter anlässlich der Xstrata-Jahreshauptversammlung in die Schweiz reiste, um gegen die gewerkschaftsfeindliche Politik des Konzerns zu demonstrieren. Die australischen Kohlebergbaubetriebe von Xstrata gehören zu den gewinnträchtigsten Unternehmenssparten des Konzerns. Trotzdem gibt es in einem Viertel der australischen Xstrata-Minen Arbeitskonflikte und Unruhen aufgrund der arbeitnehmerfeindlichen Haltung des Unternehmens. Wayne McAndrew, Vertreter der australischen Gewerkschaft CFMEU, führte aus, dass der Konzern seit zwei Jahren einen eigentlichen Krieg gegen die Arbeiterrechte führe und systematisch gültige Kollektivarbeitsverträge mittels schlechterer Einzelarbeitsverträge aushöhle. Xstrata betreibe Lohndumping mit Temporär-angestellten und versuche mit allen Mitteln gewerkschaftliche Aktivitäten zu verhindern. Gemäss den Berichten eines Minenarbeiters im australischen Kohlebergwerk Tahmoor schüchtert Xstrata Arbeitnehmende, die sich gegen die Vertragsverschlechterungen wehren, ein und schreckt auch vor Aussperrungen nicht zurück: Im Februar 2010 wurden 250 Minenarbeiter in Tahmoor für eine Woche von der Arbeit ausgesperrt. Und während der Bergbaugigant 2009 eine Lohnsteigerung von 3 Prozent für die Bergleute bekämpft hat, erhielt CEO Mick Davis 7,75 Millionen US-Dollar und steigerte damit sein Salär um 41 Prozent gegenüber 2008.

Konkrete Fälle

Minen von Xstrata, in denen Verstösse gegen Arbeitsrechte zu verzeichnen sind: