Arbeitskonflikte bei Glencore's Carbones del Cerrejon

Die Temporärarbeiter bei Carbones del Cerrejón in Kolumbien sehen sich grossen Problemen gegenüber. Sintracarbón, die Gewerkschaft für die permanent angestellten Minenarbeiter, unterstützt die Temporärarbeiter verschiedener Dienstleistungsunternehmen, die für Cerrejón arbeiten, bei der Gründung von Gewerkschaften. Vor einem halben Jahr haben die Arbeiter des Transportunternehmens SOTRANS begonnen, sich in der Gewerkschaft Sintrans zu organisieren. Rund 80% der 150 Chauffeure und Arbeiter von SOTRANS hatten sich der neuen Gewerkschaft angeschlossen. Das Transportunternehmen SOTRANS, das für Cerrejón arbeitet, weigert sich, den Forderungskatalog der Gewerkschaft Sintrans vom 6. Juli 2009 zu verhandeln. Zwei gewerkschaftlich organisierte Arbeiter wurden entlassen, über 30 wurde mit der „Entlassung“ gedroht. Da es sich um zeitlich begrenzte Arbeitsverträge handelt, wurden diese einfach nicht erneuert, als Repressalie für die gewerkschaftliche Mitarbeit.

Ähnliche Probleme bei Arbeitern für Lastwagenunterhalt


Ähnlichen Probleme sehen sich die Arbeiter der Kontraktfirma Chaneme Comercial gegenüber. Ebenfalls im Juli 2009 gelang es dort, eine Gewerkschaft der Temporärarbeiter zu organisieren, SINTRACHANEME. Chaneme ist für den Unterhalt der bis zu 320 Tonnen schweren Lastwagen zuständig und beschäftigt für Cerrejón etwa 300 Personen. Mitte November 2009 hat Chaneme Comercial die Gewerkschaft anerkannt und Verhandlungen über den Forderungskatalog aufgenommen.Trotz Unterstützung der internationalen Gewerkschaftsorganisation ICEM, der CUT und von Sintracarbón war innerhalb der gesetzlichen Verhandlungsfrist kein Durchbruch möglich. Ende November 2009 hat Chaneme zusätzlich ausserordentlichen Druck auf die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter ausgeübt und die meisten gezwungen, aus der Gewerkschaft auszutreten. Dadurch ist SINTRACHANEME zur Minderheitsgewerkschaft geworden und eine Unterzeichnung eines Gesamtarbeitsvertrages ist nicht mehr möglich.

ILO-Arbeitsnormen verletzt


Für die gegen 6000 Arbeiter, die als Temporärarbeiter bei rund 300 Kontraktfirmen für Cerrejón arbeiten, ist diese Entwicklung gravierend. Die Arbeitsrechte der fest angestellten und der Temporärarbeiter klaffen weit auseinander. Lässt ein Unternehmen wie Cerrejón eine dem Unternehmenszweck eigene Arbeit durch ein Kontraktunternehmen durchführen, sollten für diese Arbeiter die gleichen Rechte gelten. Damit soll verhindert werden, dass Cerrejón permanente Arbeiten an Temporär- und Kontraktfirmen ausgliedert, die diese Rechte nicht einhalten, und so Kosten spart. Durch dieses Verhalten von Cerrejón und den Kontraktfirmen werden die ILO Konventionen 87 und 98 verletzt.
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