Einwohner von Apasco in Mexiko blockieren Holcim-Fabrik

Die Holcim gehörende Elcotec-Fabrik in Apasco wird beschuldigt, für die Vergiftung zahlreicher Personen in der Umgebung verantwortlich zu sein. Zweimal kam es in diesem Frühjahr zu Unfällen in der Fabrik, die zum Austritt von Ethylacrylat führte. Dies verursachte bei den Anwohnern Vergiftungserscheinungen, wie Bauschmerzen, Entzündungen und Übelkeit. Rund 30'000 Personen waren betroffen. Einige Wochen zuvor hatten 11 Arbeiter einen in der Nähe der Fabrik gelegenen Abwasserschacht geputzt und sind dort umgekommen. Eine von den Anwohnern gegründete Bürgerbewegung beschuldigt Holcim, dies durch die illegale Ableitung von Abwasser verursacht zu haben.

Der Holcim-Konzernsprecher bestreitet nicht, dass giftige Gase ausgetreten seien. Die Konzentration sei aber so gering gewesen, dass dies nicht Ursache der Vergiftungen sein konnte. Der Abwasserschacht, in dem 11 Arbeiter umgekommen sind, habe überhaupt keine Verbindung zur Elcotec-Fabrik.

Seit 2003 bereitet Elcotec in Apasco Industrieabfälle auf, damit sie in den Zementfabriken verbrannt werden können. Schon seit Jahren klagen die Anwohner über gesundheitsschädigende Belastungen. Festgestellt wurde die Häufung von Vergiftungserscheinungen in der Region auch vom mexikanischen Institut Cedaat. Aufgrund der letzten Vorfälle blockieren Anwohner die Elcotec und die Produktion liegt seither still.

Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Protest gegen Schweizer Unternehmen in Mexiko, swissinfo, 2. Juli 2010 - document, 0.19 MB)   Protest gegen Schweizer Unternehmen in Mexiko, swissinfo, 2. Juli 2010 (0.19 MB)

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