Blockade von Holcim-Elcotex in Mexiko bleibt

Die Holcim gehörende Elcotec-Fabrik in Apasco wird beschuldigt, für die Vergiftung zahlreicher Personen in der Umgebung verantwortlich zu sein. Zweimal kam es in diesem Frühjahr zu Unfällen in der Fabrik, die zum Austritt von Ethylacrylat führte. Dies verursachte bei den Anwohnern Vergiftungserscheinungen, wie Bauschmerzen, Entzündungen und Übelkeit. Rund 30'000 Personen waren betroffen. Einige Wochen zuvor hatten 11 Arbeiter einen in der Nähe der Fabrik gelegenen Abwasserschacht geputzt und sind dort umgekommen. Eine von den Anwohnern gegründete Bürgerbewegung beschuldigt Holcim, dies durch die illegale Ableitung von Abwasser verursacht zu haben.

Der Holcim-Konzernsprecher bestreitet nicht, dass giftige Gase ausgetreten seien. Die Konzentration sei aber so gering gewesen, dass dies nicht Ursache der Vergiftungen sein konnte. Der Abwasserschacht, in dem 11 Arbeiter umgekommen sind, habe überhaupt keine Verbindung zur Elcotec-Fabrik.

Dies bestätigt jetzt eine Ende September 2010 veröffentlichte Untersuchung der mexikanischen Wasserschutzbehörde Conagua. Da es aber noch andere Vergiftungen gab, dauert der soziale Konflikt mit Holcim und die Blockade vorläufig an. Im Verlaufe des Oktobers fanden Verhandlungen mit der Firma über die Bedingungen einer möglichen Aufhebung der Blockade statt.

Seit 2003 bereitet Elcotec in Apasco Industrieabfälle auf, damit sie in den Zementfabriken verbrannt werden können. Schon seit Jahren klagen die Anwohner über gesundheitsschädigende Belastungen. Festgestellt wurde die Häufung von Vergiftungserscheinungen in der Region auch vom mexikanischen Institut Cedaat.


Quellen:
Swissinfo
www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/Proteste_gegen_Schweizer_Unternehmen_in_Mexiko.html?cid=15344096
www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/Holcim_unschuldig_an_Vergiftungsfaellen.html?cid=28579894
IPS
secure.samobile.net/content/offsite2743511.html

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