Glencores Börsengang und die Schattenseiten des Giganten

Am Mittwoch publizierte der weltgrösste Rohstoffhändler und Minenbesitzer den Emissionsprospekt für das Initial Public Offering (IPO). Laut diesem sollen bei internationalen Investoren Aktien im Wert von rund 10 Mrd. US-$ placiert werden plus weitere 1 Mrd. US-$ («Greenshoe»), falls die Nachfrage eine grössere Zuteilung zulässt. Vom Emissionserlös gehen rund 2,1 Mrd. $ an die knapp 500 Manager von Glencore. Glencore wird mit 61 Mrd. US-$ bewertet. Das ist mehr, als die Schweizer Grossunternehmen Swiss Re, Zurich Financial Services oder die Credit Suisse auf die Börsenwaage bringen. Ausgehend von diesem Wert, wird Glencore wertmässig wie der Industriekonzern ABB eingestuft. Voraussichtlich am 19. Mai soll der definitive Emissionspreis bekanntgegeben werden. Das Unternehmen ist sowohl in London, wie auch in Honkong an der Börse kotiert. Als erster Handelstag an der London Stock Exchange (LSE) ist der 24. Mai vorgesehen, einen Tag darauf sollen die Titel an der Börse Hongkong erstmals öffentlich gehandelt werden.
Ganzer Artikel (NZZ Online, 5.5.2011)
Der Börsengang der in Baar ansässigen Glencore macht Mitarbeiter über Nacht zu Milliardären (NZZ am Sonntag, 8.5.2011)
Vor dem Börsengang werden die Schattenseiten des bisher publizitätsscheuen Giganten aufgedeckt:
Dubiose Manager: Legendärer Firmengründer Marc Rich und Spannungen um die Ernennungen in den Verwaltungsrat der Ex-BP-Chefs Lord Browne und Tony Hayward.
Glencore-Börsengang: Das Geheimnis des Rohstoffgiganten (Spiegel Online, 6.5.2011)
Nicht alles glänzt bei Glencore (Tages Anzeiger, 4.5.2011)
Glencore float puts spotlight on publicity-shy firm (BBC News, 4.5.2011)
Diverse laufende Rechtsstreitigkeiten: Insgesamt fordern Kläger bis zu 900 Millionen Dollar an Schadenersatz. Angesichts laufender Strafverfahren führt Glencore selber Betrug und Korruption als Risiken für seine Geschäftstätigkeit auf.
Hohe Schadenersatzklagen gegen Glencore (Handelsblatt, 12.5.2011)
Damages claims hang over Glencore as IPO looms (Reuters, 6.5.2011)
Glencore lists fraud, criminal case among IPO risks (Reuters, 4.5.2011)
Dubiose Steuerpraktiken: In verschiedenen Ländern bezahlt Glencore nur ein Bruchteil der Steuern. Verschiedene NGO's beschuldigen Glencore, ihre Bilanz durch undurchschaubare Intrafirmenhändel zu manipulieren. Glencore streitet dies ab.
Glencore 'sets the record straight' (Business Live, 4.5.2011)
Glencore denies allegations over copper mine tax (The Guardian, 17.4.2011)
Massive Umweltprobleme: Glencores Umweltprobleme sind ernst genug, dass das Unternehmen selber die Investoren vor "Imageproblemen" warnt. Um dieses Problem anzugehen, hat Glencore den Chemieprofessor Dr. Michael Fahrbach als Nachhaltigkeitsverantwortlichen angestellt.
Glencore digs deep to clean up its environmental record (Mail Online, 8.5.2011)
Glencore’s green problems mount as independent reports detail environmental mishaps (Mail Online, 6.5.2011)

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