Anlässlich der Xstrata-GV in Zug wollen peruanische und kolumbianische Betroffene und Schweizer NGOs gegen Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen protestieren

Bern, 26. April 2012

Anlässlich der Generalversammlung des Rohstoffmultis Xstrata am 1. Mai in Zug, werden sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), MultiWatch sowie die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien (ask!) gemeinsam mit einer peruanischen und einer kolumbianischen Delegation an die Aktionärinnen und Aktionäre von Xstrata wenden. Unter dem Motto „Wir schauen hin!“ werden die Organisationen eine symbolische Aktion durchführen, in welcher sie die enormen Gewinne von Xstrata auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten beanstanden.


In Peru fördert die Gesellschaft Xstrata Tintaya Kupfer und Gold. Am 24. November 2011 reichte der Bürgermeister der peruanischen Andenprovinz Espinar, Oscar Mollohuanca, Strafanzeige gegen Xstrata Tintaya wegen Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung ein. Unabhängige Untersuchungen in der Region haben ergeben, dass der Gehalt an Schwermetallen im Trinkwasser die Grenzwerte um ein Mehrfaches übersteigt. Auch wurden wiederholt auftretende Fehlgeburten und Missbildungen bei Tieren dokumentiert.
In Kolumbien kommt es durch die Mine Cerrejón, an der Xstrata zu einem Drittel beteiligt ist, zu Umweltverschmutzungen und unfreiwilligen Umsiedlungen der traditionell von Landwirtschaft, Jagd und der Fischerei lebenden lokalen Gemeinschaften. Obwohl Kolumbien die ILO-Konvention 169 ratifiziert und in die nationale Gesetzgebung übernommen hat, und trotz den Versprechungen des Unternehmens, werden die Betroffenen bis heute nicht ordnungsgemäss über Expansionsprojekte und Umsiedlungen informiert und konsultiert.

Aktion am 1. Mai von 10-11 Uhr vor dem Theater-Casino in Zug

Vor Beginn der Xstrata-Generalversammlung werden sich die GfbV, MultiWatch und die ask mit einer symbolischen Aktion an die eintreffenden Aktionärinnen und Aktionäre wenden. Oscar Mollohuanca wird sodann der Generalversammlung beiwohnen, die Aktionärinnen und Aktionäre über die Missstände in Espinar informieren und die Xstrata-Spitze zum Handeln auffordern.

Im Anschluss an die Generalversammlung stehen folgende Personen für Interviews zur Verfügung:

  • Oscar Mollohuanca, Bürgermeister von Espinar
  • Sergio Huamaní, Präsident der sozialen Basisorganisation zur Verteidigung der Interessen von Espinar (FUDIE)
  • Ruth Luque, Direktorin des Menschenrechtsbüros der Diözese Sicuani
  • Alirio Uribe, kolumbianischer Menschenrechtsanwalt des Anwaltskollektivs José Alvear Restrepo CAJAR
  • Angela Ortiz, kolumbianische indigene Führungsperson der Bewegung Fuerza de Mujeres Wayúu

Hier finden Sie die Strafanzeige gegen Xstrata Tintaya (dt. Übersetzung) und ein Hintergrunddossier.

Gemeinsame Medienmitteilung von GfbV, Multiwatch und ask!
Die Aktion wird unterstützt von: Solidaritätsgruppe Schweiz-Peru, Bethlehem Mission Immensee, Amnesty International Hochschulgruppe Bern, Verein infoe, Guatemalanetz


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