Urgent Action: Bürgermeister von Espinar verhaftet

Der Bürgermeister von Espinar - Oscar Mollohuanca - ist seit dem 30. Mai in Haft. Gemäss lokalen NGOs haben ihn mindestens 30 Polizisten aus dem Regierungsgebäude abgeführt, ohne einen Haftbefehl vorzuweisen und den Verhaftungsgrund anzugeben. Heute befindet er sich in der Region Ica im Norden des Landes, wo sein Fall geprüft wird. Die lokalen NGOs gehen davon aus, dass es sich bei der Festnahme um eine Stigmatisierungskampagne gegen Mollohuanca handelt, da dieser öffentlich die Zusammenarbeit der Regierung mit dem Bergbauunternehmen Xstrata-Tintaya kritisiert hat. Zu diesem Zweck ist Mollohuanca anfangs Mai auch in die Schweiz gereist.

Amnesty International (AI) befürchtet, dass Mollohuanca Misshandlungen erfahren könnte und ihm ein ungerechtfertigter Prozess bevorsteht. Deswegen hat AI eine Urgent Action gestartet, bei dieser ein Protestbrief an Juan Federico Jiménez Mayor (Justiz- und Menschenrechtsminister) und José Antonio Peláez Bardales (Staatsanwalt) geschickt werden kann. Darin werden diese aufgefordert dafür zu sorgen, dass

  • Oscar Mollohuanca im Verfahren gegen ihn seine Rechte gewährt werden
  • Oscar Mollohuanca während der Haftzeit keine Missahandlungen erfährt
  • Oscar Mollohuanca wegen eines rechtlich verankerten Tatbestandes angeklagt wird und wenn nicht, dass er freigelassen wird
  • die Umstände der Anzeigen und der Misshandlungen gegen weitere Personen in Espinar - insbesondere von Jaime Cesar Borda Pari, Romualdo Tito Pinto und Sergio Huamani - untersucht werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden
Unterschreiben auch Sie den Protestbrief von Amnesty International:
Zur Urgent Action (auf Spanisch)
Zur Urgent Action (auf Deutsch)
Weitere Artikel zu den Ereignissen in Espinar:
Protest gegen Bergbau-Multi: Perus Kleinbauern proben den Aufstand (Spiegelonline, 4.6.2012)
Xstrata mine protests: Aid agency CAFOD welcomes release of Peruvian partners (CAFOD, 31.5.2012)
Alcalde de Espinar Oscar Mollohuanca; fue detenido sin orden de captura (Zeitung des katholischen Vikariats, Ende Mai 2012)

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