Streik bei Glencore Tochter dauert schon 50 Tage

Der Arbeitskonflikt bei der Glencore-Tochter Carbones de la Jagua (Prodeco) hat sich im August laufend zugespitzt. Ein kurzer Blick zurück: die Gewerkschaft reichte am 11. Mai 2012 einen Forderungskatalog ein, die Verhandlungen darüber dauerten vom 17. Mai bis 25. Juni 2012. Während die Gewerkschaft betonte, man sei zeitweise nahe an einer Einigung gewesen, Prodeco habe aber einige Klauseln des Gesamtarbeitsvertrages streichen wollen, hielt Prodeco fest, man sei nie in der Nähe einer Einigung gewesen. Vielmehr seien die Forderungen der Gewerkschaft masslos übertrieben gewesen und hätten die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gefährdet. Prodeco hätte auch nicht beabsichtigt, Klauseln des GAV zu streichen. Die Gewerkschaft habe aber gewisse Klauseln masslos ausgenutzt, weshalb das Unternehmen für diese Punkte neue, faire Spielregeln etablieren wollte.

In Vollversammlungen der Arbeiter am 6. und 7. Juli 2012 stimmte eine grosse Mehrheit der Arbeiter von Carbones de la Jagua für den Streik. Am 19. Juli 2012 begann dann der Streik. In einem Communiqué vom 11. Juli 2012 denunzierte die Gewerkschaft, das staatliche Sicherheitskräfte einen bestehenden Zugang zu Carbones de la Jagua versperrt und einen neuen Zugang eröffnet hätten und diesen nun durch Sicherheitskräfte abgesichert worden sei. Die Gewerkschaft befürchtete dahinter den Versuch, die Streik zu sabotieren, in dem durch diesen bewachten Eingang Leiharbeiter in die Mine gebracht werden können. Die Gewerkschaft beklagte, damit sei der Arbeitskonflikt durch Glencore militarisiert worden.[1] Da bei früheren Arbeitskonflikten und Streiks die staatlichen Sicherheitskräfte, v.a. die Bereitschaftspolizei ESMAD, Proteste mit übertriebener Gewalt aufgelöst hatte, gelangten die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien und Multiwatch mit einer Eilaktion an Glencore und an die kolumbianischen Tochterfirmen.
Ganze Nachricht (ASK, 6.9.2012)

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