Glencore Kolumbien: Drohungen gegen Mitglieder der Gewerkschaften Sintramienergetica und Funtraenergetica

In den letzten zwei Monaten haben sich die Todesdrohungen gegen Gewerkschafter aus dem Kohlensektor Kolumbiens verschlimmert. Mehrere der Drohungen ereigneten sich gegen Arbeiter und Gewerkschafter von Tochterfirmen oder Untervertrags-/Dienstleistungsfirmen von Glencore und im Kontext von Arbeitskonflikten oder öffentlichen Bekanntmachungen von Umweltverschmutzung und anderen Unregelmässigkeiten.


Am 1. April 2013 hat die paramilitärische Gruppe „Los Rastrojos“ ein ausführliches Communiqué veröffentlicht, in dem sie verschiedene soziale, gewerkschaftliche und kleinbäuerliche sowie Menschenrechtsorganisationen mit dem Tod bedrohten. Unter anderen sind nationale und regionale Führungspersonen der Gewerkschaften Sintramienergética und Funtraenergética betroffen.
Parallel zur Veröffentlichung des Communiqués der “Los Rastrojos” wurde das Büro von Sintramienergética in der Stadt Valledupar mit Knallpetarden und Schüssen angegriffen. Obwohl bei diesem Angriff niemand verletzt wurde, ist äusserst besorgniserregend, dass in einem hinterlassenen Communiqué die Gewerkschaft Sintramienergetica zum militärischen Ziel erklärt wurde.

Bereits früher wurden der Präsident der Sektion La Jagua von Sintramienergética, Ricardo Machado und der Kassier, Wilder Martínez, bedroht:
Am 12. Februar wurde Ricardo Machado durch einen bewaffneten Mann bedroht. Obwohl die Polizei diesen festhalten konnte, ist die Identität des Aggressors nicht bekannt geworden, da er sich fälschlicherweise als Minenarbeiter auswies.
Am 3. März erhielt Martínez folgende anonyme Textnachricht: „Hör zu, Hurensohn, du und der Ricardo, eure Tage sind gezählt, da ihr euch in Dinge einmischt, die euch nichts angehen; haltet euch still oder wir bringen euch zum Schweigen, verdammte Guerilleros, habt ihr das von Orcasita schon vergessen… erste und letzte“. Orcasita war einer der Präsidenten von Sintramienergética, der 2001 von Paramilitärs ermordet wurde.

Sowohl Ricardo Machado wie auch Wilder Martínez waren wesentlich an der Verteidigung der Gewerkschaft Sintramienergética gegen die juristischen Klagen der Glencore-Tochterunternehmen Carbones de la Jagua und Consorcio Mineros Unidos beteiligt. Nach dem rund dreimonatigen Streik bei Carbones de la Jagua -Juli bis Oktober 2012 - hatten die Glencore-Tochterfirmen die Gewerkschaft mit Klagen wegen Illegalität des Streiks in die Enge zu treiben versucht.
Ebenso haben Machado und Martínez Unregelmässigkeiten im Umweltmanagement der Minen, unerlaubte Abfalldeponien und Gewässerverschmutzung denunziert. Deshalb ist im Moment ein Teil der Operationen der Glencore-Mine Calenturitas durch das Umweltministerium suspendiert worden.
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Protestbrief Multiwatch/ASK/Solifonds an Präsident Santos - document, 0.23 MB)   Protestbrief Multiwatch/ASK/Solifonds an Präsident Santos (0.23 MB)

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