Las Bambas Peru

Nach einer zehn Monate langen Bewerbungsphase erhielt das ehemalige Unternehmen "Xstrata Copper" im August 2004 von der peruanischen Regierung die Schürfrechte für die Kupfervorkommen in der Region Las Bambas im Departement Apurimac im Süden Perus vertraglich zugesichert. Der Rohstoff befindet sich in vier Minen in einem Kupfergürtel unter den Anden, verteilt auf einer Fläche von 35'000 Hektaren im Gebiet von 14 indigenen Bauerngemeinschaften auf 3800 bis 4000 Metern über Meer.
Xstrata Copper hatte vor, ab 2011 im Tagbau jährlich etwa 200'000 Tonnen Feinkupfer abzubauen. Die Konzession ging davon aus, dass das Kupfererz-Vorkommen etwa 860 Millionen Tonnen betragen würde. Mit dem Fortschritt der Probeuntersuchungen konnte Xstrata Copper von Jahr zu Jahr mehr Vorkommen melden. Im August 2009 teilte der Konzern mit, dass in Las Bambas mit einem Vorkommen von 1,132 Milliarden Tonnen Erz mit einem auslösbaren Kupferanteil von 0,77 Prozent gerechnet werden könnte. Umgerechnet würde Xstrata Copper in Las Bambas so eine Menge von total 8,7 Millionen Tonnen Kupfer fördern können.
Im Vergleich zum geschätzten Gewinn war der Preis von 121 Millionen US-Dollar, den Xstrata Copper der peruanischen Regierung für die Abbau-Lizenz zu bezahlen hatte, sehr bescheiden. Bei den Konzessionsvereinbarungen gelang es dem Unternehmen, sich mit der Regierung auf einen im internationalen Vergleich sehr niedrigen Abbau-Zins («regalía») von drei Prozent anstelle der verlangten 30 Prozent des Jahresumsatzes zu einigen.
Im August 2010 wurde die Abbaulizenz vergeben und grünes Licht für den Aufbau der Infrastruktur gegeben. Ende 2012 waren 14'000 Personen im Aufbau des Projekts "Las Bambas" beschäftigt. Im Januar 2013 investierte Xstrata im Rahmen seiner Ausbaupläne 2.5 Milliarden US-Dollar für den Ausbau von Las Bambas. Geplant war und ist der Abbaubeginn im Jahr 2015, mit einer jährlichen Produktion von 400'000 Tonnen in den ersten fünf Jahren. Nun haben die chinesischen Kartellbehörden im Mai 2013 der Fusion von Glencore und Xstrata nur zugestimmt, wenn Glencore Xstrata das Projekt "Las Bambas" verkauft. Bis Ende September 2014 muss das Unternehmen den chinesischen Behörden einen Käufer präsentieren, die Handänderung hat bis Mitte 2015 zu erfolgen. Im April 2014 wird bekannt, dass Glencore Xstrata Las Bambas für 5.85 Milliarden US-Dollar an das chinesische Konsortium MMG, einer Tochtergesellschaft der staatlichen Gruppe Minmetals, Guoxin International Investment und Citic Metal verkauft hat.

Proteste gegen das Projekt "Las Bambas"

Schon der Beginn der Aktivitäten von Xstrata Copper in Las Bambas wurde von massiven sozialen Konflikten, Streiks, Strassensperren und Protestkundgebungen überschattet. Veranlasst wurden diese unter anderem durch die Befürchtung von Umweltverschmutzungen bei der Kupfergewinnung, durch das Verlangen nach einer höheren finanziellen Entschädigung der betroffenen Bauerngemeinschaften, durch die Vermutung, die Minentätigkeit könnte der Landwirtschaft das Wasser streitig machen, und durch die Angst vor Umsiedlungen. Dazu kam, dass die ersten Verträge für die Minentätigkeit zwischen Xstrata Copper, der Regierung und lokalen Behörden ohne wirkliche Konsultation der Mitglieder der betroffenen Bauerngemeinschaften abgeschlossen wurden.
News zu Las Bambas
5.10.2015: Konflikt in Apurimac (Peru) eskaliert
14.4.2014: Verkauf der Kupfermine Las Bambas
3.10.2013: Kaufsangebote für Las Bambas
15.6.2011: Protestbrief an die Konzernleitungen von Xstrata und Xstrata Copper