Mount Isa Australien

Mount Isa Mine
Seit 90 Jahren wird in Mount Isa Bergbau betrieben. Zum Unternehmen Mount Isa Mines gehören heute zwei getrennte Aufbereitungsanlagen für Kupfer- und Zink-Blei-Erze in Mount Isa, die aus zwei untertägigen Kupferbergwerken (Enterprise und X41), zwei Zink-Blei Tagebauen (Blackstar und Handlebar) und einem Zink-Blei-Untertagbau (George Fisher) gewonnen werden. Seit 2003 ist Mount Isa Mines Eigentum von Xstrata (bzw. seit 2014 Glencore plc.).
Die Bergbauprodukte werden zur Verschiffung in die etwa 900 km entfernte Hafenstadt Townsville transportiert.

Hohe Bleiwerte vergiften Kinder

Im Jahre 2008 erhärtete eine vom Gesundheitsministerium durchgeführte Untersuchung, dass durch die Minenarbeiten Schwermetalle freigesetzt werden. Von 200 untersuchten Kindern der Stadt Mount Isa zeigten 45 erhöhte Bleiwerte im Blut. Bleivergiftungen führen bei Kindern zu schweren Hirnschädigungen und massiven Beeinträchtigungen der Entwicklung. Im April 2008 wurde im Falle der 6-jährigen Stella Hare die erste Klage gegen Xstrata eingereicht. Es folgten mindestens zwei weitere Schadenersatzklagen, wobei es Ende Oktober 2012 in einem der Fälle zu einer aussergerichtlichen Einigung kam.
Anfang 2010 wurde der Vorwurf gegen Xstrata erhoben, dass die Bleiwerte in der Luft an einer der Messstationen während des vergangenen Jahres über dem tolerierbaren Wert gelegen hatten. Xstrata erklärte in einer Pressemeldung vom 23. Februar 2010, dass die Grenzwerte seit Beginn der Arbeiten im Jahre 2003 kein einziges Mal überschritten worden wären. Im März 2010 erwies eine neue Studie den eindeutigen Zusammenhang der zu hohen Bleiwerte in Mount Isa und den Minenaktivitäten. Im Februar 2011 erhob die Anwaltskanzlei Slater & Gordon Anklage gegen den Stadtrat von Mount Isa, den Regierungsrat von Queensland und Mount Isa Mines wegen Sorgfaltspflichtverletzung. Im Juni 2011 gab Xstrata öffentlich zu, dass das Unternehmen die anlässlich der Studien 2008 von der Regierung in einer bestimmten Frist geforderte Reduktion der Schwermetallemissionen nicht erfüllen konnte. Xstrata war zu diesem Zeitpunkt der einzige von neun Minenbetreibern, der die geforderten Standards nicht erfüllte. Am 17. Juni 2013 wurde eine neue Studie veröffentlicht, die nicht nur den Zusammenhang zwischen Xstratas Minentätigkeit und der Bleivergiftung der Kinder in Mount Isa erhärtet, sondern auch das Unternehmen und die Regierung der Fehlinformation der Bevölkerung beschuldigt. Das ehemalige Unternehmen Xstrata behauptete jahrelang, dass die erhöhten Schwermetallwerte in der Stadt auf natürliches Bleivorkommen zurückzuführen wären.
News zu Mount Isa
10.2.2017: Mount Isa: Glencore muss Verantwortung für Gesundheit der AnwohnerInnen übernehmen!
12.6.2016: Glencore: Minenarbeiter drei Tage eingesperrt nach psychischem Zusammenbruch
11.6.2014: Glencore wegen mangelnder Arbeitsplatzsicherheit angeklagt
11.9.2013: Mount Isa: Seit 9 Monaten Überwachung der Luftverschmutzung eingestellt
20.6.2013: Mount Isa: Neue Studien bezeichnen Emissionen aus der Minentägkeit als Ursache für Bleivergiftung
7.11.2012: Mount Isa: Aussergerichtliche Einigung in Bleivergiftungsfall
10.6.2011: Mount Isa: Xstrata erreicht vorgeschriebene Reduktion der Schwermetallemission nicht
21.2.2011: Mount ISA (Australien): Xstrata wegen Bleiverschmutzung vor Gericht
11.11.2009: Bleivergiftungen in Mount Isa gehen weiter
19.5.2008: Klage wegen Bleivergiftung gegen Xstrata eingereicht
12.4.2008: Xstrata droht in Australien Klage wegen Bleivergiftung