Arbeitskonflikte

Die beiden Unternehmen Glencore und Xstrata verfolgten in der Vergangenheit unterschiedliche Strategien, was die Kommunikation arbeitsrechtlicher Themen anbelangte. Xstrata war im Gegensatz zu Glencore stets darum bemüht, sich als Vorzeigeunternehmen auszuweisen und unterstützte internationale Abkommen wie beispielsweise die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über grundlegende Arbeitsprinzipien und –rechte.

In der Praxis war dieser Unterschied kaum spürbar. Beide Unternehmen zeichneten sich durch eine gewerkschaftsfeindliche Haltung aus. Glencore schwächte bestehende Gewerkschaften durch ungerechtfertigte Entlassungen von Gewerkschaftsführer/innen, durch die Gründung von firmentreuen Parallelgewerkschaften und durch die Verzögerung von Gesamtarbeitsvertragsverhandlungen, was häufig zu jahrelangen Arbeitskonflikten und Zermürbung der Arbeiter/innen führte. Auch Xstrata versuchte immer wieder die Gewerkschaften zu umgehen, indem neue Arbeiter/innen nur noch Einzelverträge unterzeichnen konnten und die Gewerkschaften aus den Vertragsverhandlungen ausgeschlossen wurden. In beiden Unternehmen kam es bei GAV-Verhandlungen regelmässig zu Drohungen und Repressionen gegenüber der Arbeiter/innen, wobei insbesondere Glencore sich nicht davor scheute, die Proteste gewalttätig zu unterdrücken.
In beiden Unternehmen hat die nur indirekte Beschäftigung von bis zu 40% der Arbeiterschaft durch Subunternehmen zu arbeitsrechtlich problematischen Situationen geführt: Neben der Tatsache, dass sich diese oft temporär angestellten Arbeitnehmenden meist nicht gewerkschaftlich organisieren durften, wurde mit den schlechteren Arbeitsverträgen der Subunternehmen Lohndumping betrieben. Insbesondere Glencore schien sich wenig um die Sicherheitsstandards seiner Tochterfirmen zu kümmern und es kam immer wieder zu Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen.
Den Unternehmensgrundsätzen des fusionierten Konzerns ist zwar zu entnehmen, dass „Der Schutz der Gesundheit und das Wohlergehen [der] Mitarbeiter am Arbeitsplatz (…) höchste Priorität“ haben und „in Hinblick auf Arbeitsschutz ein proaktiver Ansatz mit dem Ziel, bei der Vermeidung berufsbedingter Erkrankungen kontinuierliche Verbesserungen zu erzielen“ verfolgt werden soll. Die Tatsache, dass jedoch die aktuelle Konzernspitze hauptsächlich von ehemaligen Glencore-Managern besetzt wird und der fusionierte Konzern nach nur einem Jahr in Glencore International AG umgenannt wird, lässt hinsichtlich einer spürbaren Verbesserung der Arbeitspolitik pessimistisch stimmen.

Konkrete Fälle

Minen von Glencore International AG, in denen Verstösse gegen Arbeitsrechte oder inakzeptable Arbeitsbedingunge zu verzeichnen sind: