Machtmissbrauch und -ausdehnung

Das Beispiel der peruanischen Gemeinde Espinar in der Nähe der Kupfermine Tintaya zeigt exemplarisch auf, wie ein Berbauunternehmen wie das heutige Glencore International AG über Jahre hinweg assistentialistische und parastaatliche Strukturen schaffen und damit demokratische Mechanismen völlig aushebeln können.
In den Jahren 2002 bis 2010 investierte das Unternehmen Xstrata Tintaya rund 60 Millionen US-Dollar in sogenannte „Entwicklungsprojekte“. Ursprünglich hatte Xstrata bei der Übernahme der Mine im Jahre 2006 einen Rahmenvertrag - Convenio Marco genannt - mit der Gemeinde Espinar abgeschlossen, welcher die Verpflichtungen des Unternehmens wie z.B. die Umweltberichterstattung oder das Mitspracherecht der lokalen Bevölkerung bei der Tätigung Investitionen regelte. Xstrata hielt sich jedoch nicht an den Convenio Marco, sondern gründete eine eigene Stiftung, aus der die genannten „Entwicklungsprojekte“ wie die Errichtung von Schulen oder die Modernisierung der Landwirtschaft finanziert wurden. So begann das Unternehmen selber zu bestimmen, welche Entwicklungen in der Region vorangetrieben wurden und wer davon profitierte.

Wie umfassend die Macht der Bergbaukonzerne in einem Land sein kann zeigt ausserdem die Tatsache, dass die gesetzliche Grundlage in Peru Verträge zwischen öffentlichen Sicherheitskräften und Bergbaukonzernen zulässt. Seit mehreren Jahren bestand ein Vertrag zwischen Polizei und Xstrata Tintaya, um die Installationen des Bergbaubetriebes zu schützen. Das Unternehmen scheute sich denn auch nicht, die Dienste der Polizei in Anspruch zu nehmen, um Protesten gegen den Bergbau zu begegnen.


Konkrete Fälle

Minen von Glencore International AG, in denen es zu Machtmissbrauch und -ausdehnung gekommen ist: