Rosaura (Perubar) Peru

Typisches Minendorf in Peru
Die von der ehemaligen Glencore betriebene Zinkmine Rosaura in Chicla (Provinz Lima, Peru) wurde Ende 2008 angeblich wegen mangelnder Rentabilität aufgrund sinkender Zinkpreise geschlossen. Erstaunlicherweise geschah dies just in dem Moment, in dem die Verhandlungen über eine Klage der Gewerkschaft der Rosaura-Mitarbeiter im Gange waren. Die Klage richtete sich gegen Verletzungen von arbeitsrechtlichen Verpflichtungen durch Perubar, der Minengesellschaft, die die Rosaura-Mine betrieb. Gleichzeitig waren die letzten Vorbereitungen zur Gründung einer nationalen Branchengewerkschaft der Minenarbeiter im Gange, zu der sich verschiedene Betriebsgewerkschaften zusammenschliessen wollten. Am 10. Dezember, dem internationalen Menschenrechtstag, sollte der Gründungskongress stattfinden. Die Gewerkschaft der Rosaura-Minenarbeiter hatte in diesem Prozess eine führende Rolle inne. Die Schliessung von Rosaura und die Entlassung aller rund 500 Arbeiter am 24. November 2008 verhinderte vorerst die Gewerkschaftsgründung. Die Gewerkschaften sahen in der Schliessung der Rosaura-Mine denn auch andere Gründe als sinkende Rohstoffpreise, da der Konzern zur gleichen Zeit seine Tätigkeit in Peru ausgeweitete: Zum einen wollte Glencore die Arbeitsverhältnisse weiter flexibilisieren und Anstellungen nur noch über Temporärfirmen tätigen. Zum anderen versuchte das Unternehmen, mit Schliessungen die Gewerkschaften zu zerschlagen.
Die Betroffenen gaben jedoch nicht auf: Nur fünf Monate nach der Schliessung der Rosaura-Mine schlossen sich verschiedene Gewerkschaften zur nationalen Gewerkschaft SINTRAMIN (Sindicato Nacional de Trabajadores Mineros Metalúrgicos) zusammen. Ausserdem reichte die Organisation der Minenfrauen (Central Nacional de la Mujer Minera, CNMM) bei der staatlichen Börsenaufsicht eine Klage gegen Perubar ein. Es bestand der begründete Verdacht, dass Perubar die gesamte Produktion an Glencore verkauft und somit ein konzerninterner Gewinntransfer zum deklarierten Defizit von Perubar und damit zur Schliessung der Rosaura-Mine geführt hatte. In diesem Zusammenhang entstand ein Netzwerk von Minenarbeiter, Hafenarbeiter und Minenfrauen, die begannen sich gegen die Machenschaften der ehemaligen Glencore zu wehren.