Antapaccay Peru

Das Erweiterungsprojekt Antapaccay von Glencore Xstrata Tintaya befindet sich ebenfalls in der Provinz Espinar, 10 km von Tintaya entfernt. Die Lebensdauer der neuen Kupfermine wird auf 20 Jahre geschätzt. Der Kupferabbau wurde im November 2012 aufgenommen. Die Investitionen in Antapaccay belaufen sich auf 1.5 Milliarden US-Dollar. Bis Mitte 2013 sollen täglich 70'000 Tonnen Material verarbeitet werden, um auf eine Produktion von 160'000 Tonnen Kupferkonzentrat pro Jahr zu kommen. Das Kupferkonzentrat wird aktuell im Hafen Matarani (Arequipa) verschifft.

Glencore Xstrata verspricht (zumindest auf der Website) der Provinz Espinar dank dem Erweiterungsprojekt Antapaccay Kontinuität der Investitionen in die Entwicklung der Region. Die Realität sieht anders aus: Die Schliessung der Mine Tintaya und die Inbetriebnahme von Antapaccay ermöglicht es dem Unternehmen, die Einnahmen aus Tintaya für den Aufbau von Antapaccay einzusetzen. Diese Investition kann von den Steuern abgezogen werden, was bedeutet, dass das Unternehmen ab 2013 und in den folgenden Jahren kaum Beiträge an die Region leisten muss. Im Jahr 2013 hat dies dazu geführt, dass das Gemeindebudget (canón minero) um mehr als 90% gekürzt werden muss. Dies hat einschneidende und für die Bevölkerung direkt spürbare Konsequenzen. Über 100 bereits laufende Projekte z.B. in den Bereichen Strassenbau, Viezucht und Landwirtschaft müssen gestoppt werden.

Das Unternehmen Antapaccay kommt ab Ende 2014 nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Da sich die Arbeitsbedingungen seit Beginn des Projekts kontinuierlich verschlechtert haben, beschliesst eine Gruppe von Arbeitern am 23. November 2013 die Gewerkschaft der Antapaccay-Minenarbeiter Sindicato de Trabajadores Funcionarios de la Compañía Minera Antapacay (SITRAMINA) zu gründen. Kurz nachdem sie die Gewerkschaft in der Regionaldirektion für Arbeit in Cusco registrieren haben, erhalten sämtliche 35 Gründungsmitglieder ein Kündigungsschreiben. Das Unternehmen offeriert später die Wiedereinstellung, unter der Bedingung, dass sie aus der Gewerkschaft austreten und einen zu diesen Zweck den von den Firmenanwälten verfassten Brief unterschreiben. 28 der betroffenen Arbeiter stimmen diesem Vorschlag zu und werden danach wieder eingestellt. Zwei Arbeiter kündigen die Stelle trotz der offerierten Wiederanstellung, die fünf Arbeiter die sich weigern den Brief zu unterzeichnen, werden nicht wieder eingestellt. Das Arbeitsministerium erklärt diese Entlassungen Mitte März 2014 als illegal und bestätigt dieses Urteil im Juli 2014 erneut. Die Arbeiter beschliessen derweilen Ende März 2014 in den Streik zu treten, bis Glencore ihre Forderungen erfüllt.

Glencore tritt jedoch nicht nur die Rechte der Arbeiter/innen, sondern auch jene der Anwohner/innen mit Füssen: Am 18. Juni 2014 ist ein Treffen zwischen der Bevölkerung von Huisa (Espinar, Peru) und dem Verantwortlichen von Glencore plc für die Beziehung zur Bevölkerung vorgesehen, um über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Minentätigkeit auf ihre Dorfgemeinschaft zu diskutieren. Jedoch lässt sich die Führungsperson des Unternehmens durch Funktionäre ohne Entscheidungsbefugnis vertreten. Dies führt zu einer grossen Frustration der Bevölkerung von Huisa, die daraufhin die Zugangsstrasse zum Abwasserstausee von Huinipampa blockieren. Die Polizei interveniert mit Tränengas, verhaftet 3-6 Personen und es gibt mehrere Verletzte, die ärztlicher Hilfe bedürfen.
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