Ausführlichere Information zur Ausnutzung der Firmenstruktur zur Steuervermeidung von Prodeco

Die ehemalige Glencore hat die Bergbauoperation „Mine Santa Cruz – Proyecto La Jagua“ im Departement César künstlich in die drei Tochterfirmen Carbones del Tesoro (CET), Carbones de la Jagua (CdJ) und Consorcio Minero Unido (CMU) getrennt, um die Produktionsmenge pro Tochterfirma unter der kritischen Grenze von 3 Millionen Tonnen im Jahr zu halten. Im Artikel 16 des Gesetzes 141 von 1998 ist festgelegt, dass bei einer Produktionsmenge unter 3 Millionen Tonnen pro Jahr ein Unternehmen 5% und bei einer Produktionsmenge über 3 Millionen Tonnen 10% Royalties bezahlt. Die drei Tochterfirmen konnten auf diese Weise die zu bezahlenden Royalties einzeln aushandeln, obwohl es sich um eine einheitliche Abbauoperation handelt und alle unter der Kontrolle der Glencore-Prodeco-Gruppe stehen. Schätzungen gehen davon aus, dass dem kolumbianischen Staat dadurch fast 100 Millionen US-Dollar entgangen sind.

Für die drei Minen existieren ein einziger vom Bergbauministerium genehmigter Abbauplan und eine einzige Umweltlizenz. Gemäss Aussagen der Gewerkschaft Sintramienergética verfügen die drei Unternehmen CdJ, CMU und CET über dieselbe Anschrift und über ein weitgehend identisches Management. Von der Mine Santa Cruz nehme CdJ die mit Abstand grösste Fläche ein (66,5%), beschäftige jedoch nur rund 400 Arbeiter. CMU hingegen habe bei einer viel kleineren Fläche (15%) rund 2300 Angestellte. CET verfüge weder über eigene Maschinen noch Arbeiter.
Am 27. Januar 2012 büsste die Unternehmensaufsichtsbehörde „Superintendencia de Sociedades“ Glencore mit 500 Millionen Pesos (ca. 250‘000 Franken), weil es Glencore unterlassen hatte, die Tochterfirmen CI Prodeco S.A., Carbones de la Jagua, Consorcio Minero Unido, Carbones del Tesoro und die Sociedad Portuaria Puerto Nuevo als Unternehmensgruppe zu registrieren. Genau genommen bezieht sich die Busse auf CI Dalima Holding SAS. Diese Holding ist auf den Bermudas Inseln registriert und ist sozusagen der Mutterkonzern von Glencore. Das kolumbianische Gesetz 222 von 1995 verlangt, dass wenn ein Unternehmen ein anderes kontrolliert, indem es als Aktionär oder als Vermarkter der Produktion einen bestimmenden Einfluss ausübt, dies als Unternehmensgruppe registriert werden muss. Auch das Arbeitsministerium hat auf Ersuchen der Gewerkschaft hin die Frage nach der Unternehmenseinheit untersucht und diese am 26. Februar 2013 mit der Verfügung 020 von 2013 deklariert. Glencore hat gegen diesen Entscheid bereits Rekurs eingelegt.

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