Glencore Xstratas antigewerkschaftliche Politik in Peru: Arbeiter entlassen

Glencore Xstrata greift zu ungerechtfertigten Entlassungen, Einschüchterungen und zu Einmischung in gewerkschaftsinterne Belange, um die gewerkschaftliche Organisation ihrer technischen Arbeiter in der Kupfermine Antapaccay in Espinar, region Cusco, zu verhindern.
Die Arbeitsverhältnisse in der Mine begannen sich zu verschlechtern, nachdem Xstrata das Bergbauunternehmen Tintaya/Antapaccay von BHP Billiton kaufte. Das damalige Management von Xstrata teilte den 450 technischen und Verwaltungsangestellten mit, dass sie nun als “Vertrauensangestellte“ eingeteilt sein werden, was dann aber zur Folge hat, dass diese Angestellten sich nicht mehr an kollektiven Verhandlungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen beteiligen dürfen.

Am 23. November 2013 hat sich die Situation verschärft, als eine Gruppe von Arbeitern sich Gehör verschaffen wollten und sich daher dazu entschlossen, eine Gewerkschaft zu gründen, die Gewerkschaft der Funktionäre der Bergbaugesellschaft Antapaccay (Sindicato de Trabajadores Funcionarios de la Compañía Minera Antapacay SITRAMINA). Kurz nachdem sie die Gewerkschaft in der Regionaldirektion für Arbeit in Cusco registrieren lassen konnten, erhielten sämtliche 35 Gründungsmitglieder zwischen dem 29. November und 2. Dezember Kündigungsschreiben. Das Unternehmen offerierte später die Wiedereinstellung, unter der Bedingung, dass sie aus der Gewerkschaft austraten und einen zu diesen Zweck von den Firmenanwälten verfassten Brief unterschrieben. Im Brief „schrieben“ die Arbeiter, sie „seien getäuscht worden und hätten ihre Unterschrift für die Gründung einer zivilgesellschaftlichen Organisation, und nicht für die Gründung einer Gewerkschaft gegeben“. 28 der betroffenen Arbeiter stimmten diesem Vorschlag zu und wurden danach wieder eingestellt. Zwei Arbeiter kündigten die Stelle trotz der offerierten Wiederanstellung, die fünf Arbeiter die sich weigerten den Brief zu unterzeichnen, wurden nicht wieder eingestellt.

Die Woche vor Weihnachten verfassten die Firmenanwälte einen weiteren Brief, im Namen der ehemaligen Gewerkschaftsmitglieder, in dem sie die zuständigen Behörden baten, die Registrierung der Gewerkschaft zu löschen, da die Anzahl Mitglieder unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl von 20 gesunken sei. Die 5 entlassenen Arbeiter haben am 27. Dezember 2013 eine Verfassungsbeschwerde (amparo) beim Verwaltungsgericht (Juzgado Constitucional Contencioso administrativo) von Cusco ein, in dem sie ihre Wiedereinstellung und den Respekt ihrer Gewerkschaftsrechte verlangten. Dieses Verfahren ist nun hängig.
Mitteilung IndustriALL vom 27.12.2013 auf Spanisch
Mitteilung von Derechos Humanos Sin Fronteras vom 9.01.2014 auf Spanisch

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