Asthma-Tote in Sambia: Angehörige ziehen Glencore vor Gericht

Das Glencore-Kupferwerk in Sambia setzt die Einwohner der Minenstadt weiter giftigen Abgasen aus: Nach einem Leck in der Schwefelsäurefabrik des Betriebs starb ein Anwohner. Zudem muss sich der Glencore-Betrieb jetzt vor Gericht wegen dem Tod einer prominenten Politikerin verantworten.


Die Familie der Politikerin Beatrice Mithi hat den Glencore-Betrieb angezeigt, wie die «Rundschau» berichtet. Der Fall ist vor dem Gericht in der sambischen Stadt Kabwe anhängig. Mithis Angehörige werfen Glencore Fahrlässigkeit vor. Zu den Prozessakten gehört ein Obduktionsbericht, der zum Schluss kommt, Beatrice Mithi sei an einem akuten Atemversagen gestorben, ausgelöst durch «Einatmen giftiger Dämpfe».

Die in Sambia prominente Politikerin Beatrice Mithi, Kommissarin des Distrikts Mufulira, hatte bei einem Gottesdienst in der vergangen Neujahrsnacht eine tödliche Asthma-Attacke erlitten, als Schwefeldioxid-Abgase des Glencore-Kupferwerks Mopani Copper Mines Ltd. in die Kirche gedrungen waren. Glencore will sich zum laufenden Gerichtsverfahren nicht äussern.

Gemäss einem Inspektionsbericht der sambischen Umweltbehörde ZEMA (Zambian Environmental Management Agency) hat der Glencore-Betrieb in der Vergangenheit die Emissionsgrenzwerte massiv überschritten. Im ersten Halbjahr 2013 lag der Schwefeldioxid (SO2)-Ausstoss des Werks bis zu 219-mal über der behördlichen Limite von 1000 Milligramm pro Normkubikmeter. Bei Schwermetallen wie Kupfer oder Blei wurden die Grenzwerte gar bis zum 700-fachen überschritten.
Ganzer Artikel udn Rundschaubeitrag (SRF, 22.10.2014)

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