Massiver Stellenabbau bei Syngenta Basel

Medienmitteilung der Unia vom 24.11.2014

Die Unia Nordwestschweiz verurteilt den heute von Syngenta angekündigten Stellenabbau in Basel. Der Abbau von 500 Stellen ist eine reine Gewinnsteigerungsmassnahme, die den Wirtschaftsstandort Basel einmal mehr hart trifft. Umso mehr ist jetzt der Regierungsrat gefragt, möglichst viele Stellen zu erhalten und den angekündigten Abbau auf ein Minimum zu reduzieren.


Von den insgesamt 1800 Arbeitsplätzen, die Syngenta abbauen will, sind allein in der Schweiz bzw. in Basel 500 betroffen. Einmal mehr ist der Wirtschaftsstandort Basel damit Opfer einer rücksichtslosen Gewinnsteigerungsmassnahme geworden. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit für diesen massiven Abbau gibt es nicht. So konnten im 3. Quartal 2014 die Syngenta-Verkaufserlöse gesteigert werden. Der Umsatz wuchs von Juli bis September dieses Jahres um 2% auf 2,98 Mrd. US$. Syngenta hält an ihrer kompromisslosen Wachstumssteigerung fest. Dieser knallharten Geschäftspolitik fallen nun die 500 Angestellten in Basel zum Opfer. Sie sind dem Globalisierungswettbewerb schutzlos ausgesetzt.

Die Unia verlangt von der Syngenta, dass sie alle gesetzlichen Verpflichtungen (angemessene Konsultationsfrist, Sozialplan) im Zusammenhang mit der Massentlassung wahrnimmt und sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst wird.

Regierungsrat muss aktiv werden

Die 500 Stellen in Basel sind auch ein weiterer harter Schlag für den Wirtschaftsstandort Basel. Die Unia Nordwestschweiz ruft den Regierungsrat auf, alles zu unternehmen, damit in Basel möglichst wenige Stellen abgebaut werden. Ausserdem muss er sich für den langfristigen und nachhaltigen Erhalt der Arbeitsplätze bei Syngenta aber auch bei den anderen grossen Playern stark machen.
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Medienmitteilung von BastA! vom 25.11.2014

Stellenabbau bei Syngenta zeugt von Zynismus

BastA! ist über den massiven Stellenabbau bei Syngenta empört. Allein in Basel sollen 500 Menschen entlassen werden. Sie verlieren ihre Stelle, weil der unersättliche Agrochemiekonzern seine Gewinnmarge "optimieren" will. Das entspricht zwar der kapitalistischen Logik, ist aber nichtsdestotrotz blanker Zynismus. Dabei hat der Kanton alles getan, um die Grosskonzerne zufrieden zu stellen. Aktuell setzt sich Eva Herzog für die Einführung von sogenannten Lizenzboxen ein – also Steueroptimierungsinstrumente, die auf Konzerne wie Syngenta zugeschnitten sind. Vor noch nicht allzu langer Zeit hat Guy Morin den Agrochemiekonzern als Wohltäter der Menschheit gelobt. Damit nicht genug: Der Kanton Basel-Stadt brüstet sich an der Expo in Mailand mit Syngenta und gibt dem Konzern eine Plattform. Die Basler Regierung muss sich überlegen, ob es sich wirklich lohnt, den Grosskonzernen immer wieder mit fast schon an Unterwürfigkeit grenzendem Wohlwollen entgegenzukommen. Denn wenn es um Gewinnmaximierung geht, zählt das alles nichts. Wir erwarten von der Regierung, dass sie nun die Konsequenzen zieht. Statt Verständnis zu signalisieren, gilt es nun, den Konzern an seine soziale Verantwortung zu erinnern und mit allem Nachdruck zu fordern, dass der unnötige Stellenabbau rückgängig gemacht wird.
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