Sambias Kupfer-Exporte – und die Rolle der Schweiz

Sambia sollte reich sein: Der afrikanische Staat verfügt über die größten Kupfer- und Kobaltminen der Welt. Tatsächlich ist es eines der ärmsten Länder; 74 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als 1,25 Dollar pro Tag. Mit Korruption allein ist das nicht zu erklären.

Dafür ist die Schweiz laut Handelsstatistiken einer der größten Kupfer-Exporteure. Für Tresore, Schokolade, Uhren sind die Eidgenossen berühmt. Aber wo halten sie ihre Bergbaugebiete versteckt?

Des Rätsels Lösung ist die Schieflage des globalen Steuersystems, sagt Krishen Mehta vom Netzwerk Steuergerechtigkeit. Für den Experten, der 20 Jahre für PriceWaterhouseCoopers tätig war, ist eindeutig: Die Gewinne der Globalisierung werden ungerecht verteilt. Die Steuereinnahmen fließen aus dem armen Süden in den reichen Norden. Die Schweiz spielt eine zentrale Rolle, weil sich dank des großzügigen Steuerregimes viele Großkonzerne dort ansiedeln.

Laut einer Weltbank-Studie geht die Hälfte von Sambias Exporten in die Schweiz. Wo sie seltsamerweise versickern: Die eidgenössischen Importzahlen sind nämlich 6000-mal kleiner. "Das kann keine echten Warenströme widerspiegeln", folgern die Studien-Autoren. Die Statistikfehler hätten "womöglich erhebliche Auswirkungen auf Sambias Einnahmen".(...)
Ganzer Artikel (kurier.at, 4.3.2015)

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