Konflikt in Apurimac (Peru) eskaliert

Am 28. September 2015 ist in der Andenprovinz Cotabambas im peruanischen Departement Apurimac ist ein sozialer Protest, der sich gegen das Kupfer- und Molybdänprojekt Las Bambas richtet, gewaltvoll eskaliert. Um die 15`000 Mitglieder von Bauerngemeinschaften aus den Provinzen Cotabambas, Grau, Andahuaylas und Chincheros sind vor Ort. Vor dem Hintergrund uns vorliegender Informationen schliessen MultiWatch und Partnerorganisationen vor Ort nicht aus, dass auch Mitglieder der Bauerngemeinschaften aus Espinar und Chumbivilcas, aus dem Nachbardepartement Cusco, sich den Protesten anschliessen werden, da der Grund der Proteste in einer überregionalen Problematik liegt, in die das algo-schweizerische Unternehmen Glencore involviert ist.

Die Gesundheitsbehörden von Cusco bestätigen bereits 4 zivile Opfer und 1 Polizist und sprechen von mindestens 20 Verletzten, seitens der Zivilbevölkerung und der in Einsatz gebrachten Polizisten. Wie in anderen Bergbaukonflikten, hat der peruanische Staat auch in diesem erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Das Militär wurde nach Chauhahuacho, Cotabamas, entsannt und seit dem 29. September 2015 gilt für die Bevölkerung ein Versammlungsverbot. Ungeachtet dessen protestiert die Bevölkerung weiter. MultiWatch und Partnerorganisationen vor Ort sind zutiefst besorgt und befürchten weitere unnötige Opfer.

Hintergrund der Proteste

Las Bambas ist eines der grössten Kupferbergbauprojekte Perus. Das Unternehmen Glencore hat das Kupfer- und Molybdänprojekt Las Bambas am 31. Juli 2014 an das australianisch-chinesische Konsortium MMG Limited weiterverkauft, um damit den Auflagen der Wettbewerbsbehörden nachzukommen, die Glencore die Fusion mit Xstrata (2013) erst ermöglicht haben.

Hauptmotiv für die soziale Unruhen sind wichtige Änderungen im Produktionsverlauf der geplanten Kupfer- und Molybdänherstellung, die der Bevölkerung nicht kommuniziert worden sind. Eine ursprünglich geplante Pipeline zum Transport von flüssigem Kupfer- und Molybdän von Las Bambas in die benachbarte Nachbarprovinz Espinar - Sitz der Kupfermine Antapaccay von Glencore - wurde noch von Glencore Plc. sistiert und gemäss des technischen „Berichtes zur Modifikation der von Glencore prästierten Umwelteinflussstudie an das Ministerium für Bergbau und Energie (22. August 2013)“ sollen diese Mineralien nun direkt in Las Bambas endproduziert und zum späteren Abtransport gelagert werden.

Die damit anfallenden Industrieabfälle, der Wasserkonsum der Bergbauaktivität selbst würden sich gemäss den Angaben des Ministeriums für Bergbau und Energie erhöhen (14. November 2014 Prüfung der zweiten Modifikation der Umwelteinflussstudie -durch Glencore am 10. März 2014 präsentiert) und die neu vorgesehenen 250 Lastwaagen, die laut Angaben des Unternehmens das Kupferkonzentrat täglich über die Provinzen Chumbivilcas und Espinar bis an den Küstenhafen Matarani bringen sollen, und zusätzlichen 60 Zuliefertransporter, bisher nicht vorgesehene Mengen an Staub, Lärm und Gefahren implizieren.

Gemäss den Informationen, die uns aus Peru erreichen, zeichnen sich die sozialen Unruhen in Apurimac schon seit einiger Zeit ab. Die Bevölkerung hat wiederholt das Unternehmen und das Ministerium für Bergbau und Energie aufgefordert über die geplanten Änderungen am Bergbauprojekt Las Bambas zu informieren, doch anscheinend ohne Ergebnisse.

Quelle: G.F. (MultiWatch), Oruro (Bolivien)
Mehr Informationen:
(ACTUALIZACIÓN) CUADRO DE HERIDOS Y FALLECIDOS: ENFRENTAMIENTOS EN FUERABAMBA (APURÍMAC) (29.9.2015)
Declaran estado de emergencia en Apurímac por proyecto Las Bambas (La República, 29.9.2015)

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