Glencore Antapaccay: Kritische Situation in Espinar

Am 11. September 2015 haben sich rund dreissig Mitglieder der Vereinigung der Vieh - Produzenten von Hunipampa (Asociación de Productores Pecuarios de Hunipampa) aus der Kleinbauerngemeinschaft Huisa in der Provinz Espinar vor den Einrichtungen des Bergbaukonzerns Glencore Antapaccay versammelt. Die Bewohner führten eine friedlichen Demonstration durch, hielten Transparente hoch und brachten ihre toten Tiere mit. Sie forderten, dass das Unternehmen die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen soll, die dieses unterschriftlich bestätigt hatte.


In jenen Protokollen verpflichtete sich das Unternehmen, den Mangel an Wasser und die Wasserverschmutzung zu beheben, was für den Tod der Tiere verantwortlich ist. Die friedliche Demonstration forderte also die Erfüllung früher eingegangener Versprechen durch das Schweizer Bergbauunternehmen. Während der Demonstration marschierten 70 Polizeikräfte auf, begleitet vom Staatanwalt für die Prävention des Verbrechens der Provinz Espinar, Julio Ñunez Zevallos. Anstatt dass der Staatsanwalt neutral handelte und die Menschenrechte der Bewohner schützte, ordnete er die umgehende Festnahme des Präsidenten der Produzentenvereinigung an. Die Demonstrierenden sagten aus, die Festnahme sei auf Verlangen des Koordinators der Beziehungen zu den Gemeinschaften (Community Relations) des Unternehmens Antapaccay, Hugo Gilberto Zolano, erfolgt. Als die Demonstrierenden die Festnahme des Präsidenten verhindern wollten, wurden sie von der Polizei geschlagen und es wurde Tränengas eingesetzt, ohne dass die Polizei Rücksicht auf Kinder, Frauen und Alte genommen hätte. Nach dieser tätlichen Auseinandersetzung wurden vier Personen auf dem Polizeikommissariat von Espinar festgenommen. Den vier Festgenommenen wurde der Zugang zu einem Anwalt verwehrt und erst nach drei Tagen wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Der zuständige Untersuchungsrichter ordnete dann Präventivhaft für drei der vier Festgenommenen an, mit der Begründung, dass die drei Gewalt gegen die Staatsgewalt ausgeübt und damit Amtshandlungen verhindert hätten. Die drei Festgenommenen wurden danach ins Gefängnis San Judas Tadeo in Sicuani überführt. Die drei weisen Spuren der erhaltenen Schläge auf, ohne dass sie medizinisch untersucht worden wären. Erst mit der Anordnung der Präventivhaft erhielten die drei Zugang zu einem Anwalt.
Sohn von Jackelin Maritza Umasi. Er wurde zusammen mit seiner Mutter drei Tage lang im Komissariat von Espinar festgehalten.
Frau und Kinder des festgenommenen Carlos Valentin Umasi, Präsident der Bauernvereinigung von Huinipampa.
Bericht der Menschenrechtsorganisation DSHS (Derechos Humanos Sin Fronteras, 18.9.2015)
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Deutsche Zusammenfassung des Berichts von DHSF (18.9.2015) - document, 61 KB)   Deutsche Zusammenfassung des Berichts von DHSF (18.9.2015) (61 KB)

Zurück