March against Syngenta & Monsanto: Hunderttausende marschieren heute gegen das problematische Agrobusiness

Die Zeit, in der sich kaum einer mit Syngenta beschäftigt hat, ist vorbei. Heute werden weit über 1000 Menschen auch in Basel am Marsch gegen Syngenta und Monsanto erwartet. Sie fordern eine Alternative zum verheerenden industriellen Landwirtschaftsmodell, mit dem Syngenta ihre Profite einfährt. Die Regierungen in Basel und der Schweiz müssen Verantwortung übernehmen für die systematischen Menschenrechtsverletzungen Syngentas weltweit. Es geht nicht an, Millionen an Steuern zu kassieren und den Mund zu halten.


Es gibt kein Land auf der Welt, in dem es keine Widerstandsbewegungen von Bäuerinnen und Bauern, Landarbeiterinnen und Arbeiter gegen die giftigen Pestizide und die Aneignung des Saatguts durch Grosskonzerne wie Monsanto und Syngenta gibt. Die Geschäftsmodelle der Agromultis verletzen systematisch das Recht auf Nahrung und das Recht auf Gesundheit von Millionen von Menschen. Syngenta trägt hier als grösster Hersteller von Pestiziden und Nummer drei im Saatgutgeschäft viel Verantwortung. Aber auch Basel, wo Syngenta den grossen Teil seiner Steuern abliefert, ist in der Pflicht.

Syngenta verletzt auch in ganz konkreten Fällen immer wieder Menschenrechte und Gesetze in den Ländern des Südens. Im „Schwarzbuch Syngenta – Dem Basler Agromulti auf der Spur“ – dokumentierte Multiwatch detailliert Fallbeispiele u.a. aus Pakistan, Hawaii und Brasilien.

Wir fordern von der Basler Regierung, dass sie Transparenz schaffen und die Inhalte des Steuerdeals mit Syngenta der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Moment zahlt Syngenta nur geschätzte 14% Gewinnsteuern anstatt der regulären und bereits schon sehr tiefen 22%, die im Kanton Basel-Stadt gelten. Zudem müssen die Schweizer und Basler Regierungen gemäss Völkerrecht alles tun, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Sie muss daher das Geschäftsmodell Syngentas untersuchen und Menschenrechtsverletzungen nach Möglichkeit unterbinden. Ein öffentlicher Fonds muss erstellt werden, aus dem Geschädigte entschädigt und Alternativen zur industriellen Landwirtschaft unterstützt werden.

Nicht nur hier, sondern auch in China regt sich Widerstand gegen die Übernahme Syngentas durch ChemChina. Über 450 Aktivistinnen und Wissenschafter haben einen offenen Brief an die chinesische Regierung geschrieben, um gegen die Übernahme zu protestieren. Mit Recht befürchten sie eine unkontrollierte Verunreinigung durch GVOs und eine Ausbreitung hochgiftiger Pestizide wie Atrazin und Paraquat.

Wir schliessen uns dem weltweiten Widerstand der Zivilgesellschaft gegen diese Riesenfusion an. Es braucht eine Demokratisierung der Landwirtschaft und nicht Oligopole von Riesenkonzernen, die nur der Profiterwartungen ihrer Investoren rechenschaftspflichtig sind.

Für mehr Informationen:

Ueli Gähler, 079 814 93 64, info@multiwatch.ch, www.multiwatch.ch
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Unsere Argumente und Forderungen
Schwarzbuch Syngenta: Dem Basler Agromulti auf der Spur. Broschiert 340 Seiten. Fr. 29.00, Euro: 25.80. ISBN: 978-3-85990-283-1. edition8.

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