Glencore erhöht Einsatz im Öl-Game in Kurdistan

Glencore hat seinen Einsatz im Erdölgeschäft in Kurdistan um 550 Millionen Dollar erhöht. Der Konzern will sich damit einen grösseren Anteil am Geschäft in einem "high risk - high reward"-Markt einer Region sichern, die sich im Krieg mit dem Islamischen Staat befindet.


Seit zwei Jahren ist kurdisches Erdöl im Visier europäischer Händler, dies seit Erbil begann, das Erdöl unabhängig von Baghdad zu verkaufen. Das Erdöl ist verhältnismässig billig, dies aufgrund möglicher Versorgungsunterbrüche und drohenden Sanktionen der Zentralregierung in Bagdhad gegenüber allen, die den Rohstoff antasten.

Die Regierung der autonomen kurdischen Region in Erbil hat ca. 2 Milliarden Dolar von Glencores Rivalen Vitol, Petraco und Trafigura geliehen, um diese in Form von Erdöl zu entschädigen. Alle Unternehmen erhielten das Geld von Banken und leihen es Erbil auf eigenes Risiko.

Glencore stieg als letzte Firma mit einem Kredit von 300 Millionen Dollar ins Geschäft. Die Schulden werden von Erbil mit monatlichen Erdöllieferungen im Wert von rund 25 Millionen Dollar abbezahlt. Jetzt will Glencore aber eine wichtigere Rolle in der Region spielen und ein 5-Jahres-Vertrag mit der kurdischen Regierung eingehen, der die Steigerung von einer Ladung auf sechs pro Monat vorsieht. Dies würde einem Viertel der gesamten Erdölexporte Kurdistans bedeuten (=über 1.7 Milliarden Dollar pro Jahr).

Glencore präfinanziert Erdölexporte aus Krisengebieten seit seiner Gründung durch Marc Rich im Jahr 1970. Solche Händel sind auch schon schief gegangen wie im Fall der marrokanischen Raffinerie Samir, als im letzten Jahr verschiedene Ölhändler inkl. Glencore hunderte Millionen Dollars verloren haben.....
Ganzer Artikel (Reuters, 18.11.2016)
Glencore joins Kurdistan with $300m oil deal (Kurdistan24, 12.3.2016)

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