Tamaquito schliesst Verhandlungen mit Cerrejón erfolgreich ab

Am 16. Dezember 2016 fand in Tamaquito eine feierliche Zeremonie statt, mit der der Abschluss langwieriger Nachverhandlungen über die Umsiedlung von 2013 abgeschlossen und die Lessons learned des Prozesses aufgearbeitet wurden. Seit 2014 fanden teils schwierige Verhandlungen statt, weil vieles aus dem Umsiedlungsabkommen von 2013 nicht funktionierte oder von Cerrejón nicht eingehalten oder umgesetzt wurde, so besonders eklatant die mangelnde Trinkwasserversorgung. Nun konnten sich Tamaquito und Cerrejón auf 5 Themen einigen: 1) kollektives Einkommen generierendes Projekt; 2) familiäre produktive Projekte; 3) Wasserzufuhr aus dem Rancheria Fluss für Bewässerung; 4) Arbeitsplätze (empleabilidad), sowie 5) historische Aufarbeitung der Erfahrungen. Cerrejón unterstützt dieses Abkommen mit 1 Milliarde COP. Zudem werden Ausbildung für Gemeinschaftsmitglieder, auch Universitätsabschlüsse, bis 2023 unterstützt und erhalten Betagte der Gemeinschaft für max. 7 Jahre oder bis zu ihrem Tod monatlich einen Mindestlohn ausbezahlt. Ebenso wird Cerrejón die Gemeinschaft weiterhin bei der Bildung des Resguardos begleiten.

In einem im Dezember ergangenen zweitinstanzlichen Urteil hat der Staatsrat (Consejo de Estado) ein Urteil des Verwaltungsgerichts der Guajira bestätigt, wonach Cerrejón die Arbeiten zur Umleitung des Flusses Arroyo Bruno suspendieren muss. Dieses Urteil betrifft 27 Gemeinschaften, die nun innerhalb eines Monats durch Cerrejón, das Innenministerium und ANLA konsultiert werden müssen. Mit dem Urteil werden Grundrechte der indigenen Gemeinschaften wie das Recht auf Gesundheit, Zugang zu Trinkwasser und Respekt für das Territorium geschützt.

Die Gewalt gegen soziale Führungspersonen macht auch vor der Guajira nicht halt: am 13. Dezember wurde Jakeline Romero Epiayu per Textnachricht mit dem Tod bedroht. Zum Zeitpunkt der Drohung nahm Jakeline an einem Multistakeholder-Dialog in Cartagena über das Recht auf vorgängige Konsultation teil. Die Familie Romero Epiayu wurde schon in der Vergangenheit mehrfach Opfer von schweren Todesdrohungen, so 2012 Jakelines Schwester Jazmin und 2014 ihre minderjährige Tochter. Jakeline ist Führungsperson der Fuerza Mujeres Wayuu und stammt aus dem Wayuu-Resguardo El Zahino in der Gemeinde Barrancas.
Con firma de acuerdo, Cerrejón cierra reasentamiento voluntario con la comunidad de Tamaquito II (Gente, Cultiury y Pueblo, 17.12.2016)
Consejo de Estado frena desvío del Arroyo Bruno (ContagioRadio, 18.12.2016)
Amenazan de muerte a lideresa Wayuu Jakeline Romero (NotiWayúu, 16.12.2016)

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