Wie Saatgutpatente aus Bauern Kriminelle machen

Als Gegenleistung für Entwicklungshilfe müssen Länder Saatgutpatente gesetzlich schützen. Ein Kuhandel, der den Ärmsten schadet.


Tansanische Gesetze bestimmen, dass Bauern nur noch lizenziertes Saatgut verwenden dürfen. Damit zerstört die Agrarlobby die Lebensgrundlage der Kleinbauern. Bei Verstössen drohen den Bauern hohe Strafen, scheibt das belgische Medium «Mondiaal Nieuws».

«Ich nutze das Saatgut meiner Familie, weil meine Urgrossmutter es benutzte. Sie gab es meiner Grossmutter, die gab es meiner Mutter und meine Mutter gab es mir», erzählt die Agrarökonomin Janet Maro.

Landwirtschaft funktioniert heute wie iTunes


Die Gründerin und Leiterin von «Sustainable Agriculture Tanzania» (SAT) beschreibt damit, was man sich unter Landwirtschaft gemeinhin vorstellt: Ein Bauer sät, erntet, verkauft den Ertrag und behält einige Samen zurück, damit er im nächsten Jahr wieder aussäen kann.

Diese Vorstellung ist mittlerweile reichlich antiquiert. Die moderne Intensivlandwirtschaft funktioniert ähnlich wie iTunes: Saatgut, das ein Bauer erwirbt, ist unter Umständen nicht gekauft, sondern nur lizenziert. Verwendet er eine eingetragene Sorte, die er zum Beispiel von Monsanto oder Syngenta gekauft hat, darf er sie im nächsten Jahr nicht wieder aussäen. Diese Entwicklung macht die Bauern abhängig, bedroht die Sortenvielfalt und schadet Böden und Gewässern – auch in der Schweiz. (...)
Ganzer Artikel (InfoSperber, 17.1.2017)

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