Genveränderter Mais: Kein Verlass auf Agroscope

Die Schweizer Forschungsanstalt spezialisiert sich darauf, kritische Forschungsresultate zu kontern. Auf Kosten des Steuerzahlers.


«Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte», sagt der Volksmund. Die Agrarökologin Angelika Hilbeck kann darüber vermutlich nur bitter lachen. Hilbeck beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Gentechpflanzen auf Ökosysteme – ein Fachbereich, in dem Anfeindungen und Kritik nicht eben selten sind.

Doch wenn Hilbeck im Labor steht, haben anscheinend sogar die Wände Ohren. Seit mehr als 15 Jahren werden ihre Arbeiten jedes Mal kritisiert oder «widerlegt», berichtet die «New York Times» (NYT). Auf sie abgesehen hat es Hilbecks ehemaliger Arbeitgeber Agroscope. (...)

Eine Geschichte mit Fortsetzung

Woran auch immer Hilbeck forschte – ihr Nachfolger tat es auch. Jörg Romeis, der von Bayer zu Agroscope wechselte, ist seither Hilbecks wissenschaftlicher Zwilling. Als Co-Autor einer Studie über die Florfliege stellte er zunächst fest, dass genmanipulierte Pflanzen der Fliege nicht schaden. Als Hilbeck als Co-Autorin in einer anderen Studie ein Modell vorschlug, um Risiken der GMO-Verwendung zu erfassen, schlug Romeis ein alternatives Modell vor. Diesen Vorschlag machte Romeis zusammen mit einem Co-Autoren, der beim Saatgut-Konzern Syngenta arbeitet.

2009 veröffentlichte Hilbeck eine Arbeit über Gefahren von transgenen Pflanzen für Marienkäfer, in dem sie zum Schluss kam, dass ein von den Pflanzen produziertes Toxin eine erhöhte Sterblichkeit der Larven zur Folge hat. Romeis folgte ihr auf dem Fusse: Als Co-Autor verfasste er eine Studie, die «keine nachteiligen Effekte» auf die Marienkäferlarven feststellen konnte. In weiteren Publikationen kanzelte er Hilbecks Arbeit als «schlechte Wissenschaft» und «Mythos» ab. (...)
Ganzer Artikel (InfoSperber, 19.1.2017)

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