Wenn der Gewinn mehr wiegt als das Risiko

Im Durchschnitt fährt täglich ein Güterwaggon gefüllt mit flüssigem Chlorgas durch die dicht besiedelten Gebiete am Genfersee. Das Unfallrisiko steigt stetig. Der Profit zweier Unternehmen scheint jedoch wichtiger als die Sicherheit der Bevölkerung.


Chlorgas möchte niemand freiwillig einatmen: Schon bei Konzentrationen von einem halben bis zu einem Prozent verätzt es Hals und Lungen, was zum Tod durch Atemstillstand führt. Chlor gehört zu den reaktionsfreudigsten Elementen überhaupt – was es gefährlich macht, aber auch sehr bedeutend für die chemische Industrie.

In der Schweiz haben sich drei Firmen auf die Verarbeitung von Chlor spezialisiert. Eine davon, die Firma Cabb im Baselbieter Pratteln, stellt ihr Chlor selber her. Die anderen zwei, Lonza in Visp und Syngenta in Monthey, beziehen sämtliches Chlor seit fast fünfzehn Jahren aus dem Ausland, den Grossteil davon aus Frankreich. Beide Unternehmen nützen die Giftigkeit von Chlor, um Pestizide für die Landwirtschaft herzustellen. Syngenta verwendet jährlich 6000 Tonnen für fast alle in Monthey hergestellten Produkte. Lonza verbraucht jedes Jahr 15'000 Tonnen Chlor für die Produktion von Agrochemikalien, Pharmazeutika, Desinfektionsprodukten und Konservierungsstoffen.(...)
Ganzer Artikel (WOZ, 16.3.2017)
Siehe auch:
Chlortransporte unter Beschuss (Wallister Bote, 14.1.2015)

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