Bio-Produzenten wehren sich gegen Bschiss-Vorwurf: Syngenta-Chef liegt «völlig daneben»

«Bio-Produkte sind nicht gesünder und hinsichtlich Lebensmittelsicherheit nicht besser als andere Produkte», behauptet Syngenta-Chef Erik Fyrwald. Seine Aussagen sorgen für deutlichen Widerspruch.


Syngenta-Chef Erik Fyrwald ist kein Fan von Bio-Produkten. Dies machte er im gestrigen Interview mit der «Nordwestschweiz» klar: «Bio-Produkte sind nicht gesünder und hinsichtlich Lebensmittelsicherheit nicht besser als andere Produkte». Aus ökologischer Sicht sehe er nicht nur Vorteile, sagte der Amerikaner. Biolandwirtschaft brauche mehr Land und auch mehr Wasser. Obwohl er sich für die Wahlfreiheit der Konsumenten ausspricht, sagt Fyrwald gleichzeitig, dass die Konsumenten einen höheren Preis für ein Produkt bezahlten, das gar nicht anders sei als ein konventionell hergestelltes Produkt.(...)
Auch wenn solche Aussagen von Topmanagern eines Saatgut- und Pflanzenschutzherstellers nicht ganz überraschen mögen, so sorgen sie doch für deutlichen Widerspruch. «Bei den ökologischen Wirkungen liegt Herr Fyrwald völlig daneben», sagt Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick. Ein Bio-Landwirt fördere die Vielfalt auf seinem Betrieb sehr stark. Zudem seien die Böden fruchtbarer, im Grundwasser befinde sich weniger Nitrat, und schliesslich würden von Biofeldern keine Pestizide in die Bäche ausgewaschen. Dies zeigten mindestens 1000 wissenschaftliche Arbeiten, darunter auch jene seines Instituts.(...)
Ganzer Artikel (Aargauer Zeitung, 12.5.2017)

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