Protest vor letzter Syngenta-GV: Verantwortung lässt sich nicht verkaufen!

Medienmitteilung von MultiWatch und Greenpeace, 26.6.2017

Syngenta soll Syngenta bleiben, dies das Motto der letzten Aktionärsversammlung des Agrokonzerns. Was sich wohl wie ein Versprechen anhören soll, verstehen Bauern- und Menschenrechtsorganisation vielmehr als Drohung. MultiWatch und die Greenpeace Regionalgruppe Basel verlangen von ChemChina und Syngenta das Geschäft mit hochgiftigen und sowohl in der Schweiz wie auch China verbotenen Pestiziden wie Paraquat und dem Bienenschädlichen Neonikotinoid Thiamethoxam einzustellen und die von MultiWatch seit Jahren gut dokumentierten Fälle von konkreten Menschenrechtsverletzungen in Pakistan, Brasilien und Kauai sofort einzustellen.


Der Protest gegen Menschenrechtsverletzungen des Konzerns und seines Geschäftsmodells begleiteten Syngenta von seiner Gründung bis zu seiner Übernahme durch ChemChina. Ein Bericht der Delegierten für das Recht auf Nahrung an den UNO Menschenrechtsrat schätzte Anfang März 2017, dass weltweit jährlich rund 200‘000 Menschen, vor allem in armen Ländern, an den Folgen von Pestiziden sterben. Umso schwerwiegender, dass ChemChina/Syngenta, welche rund einen Viertel des weltweiten Pestizidmarktes beherrschen, immer noch bei uns längst verbotene hochgiftige Pestizide wie Paraquat in Länder wie Indien exportieren, wo gut dokumentiert ist, dass Bäuerinnen und Bauern in armen Länder über keine angemessene Schutzausrüstung verfügen und oft auch Kinder von Pestizidvergiftungen betroffen sind.

Mit einem Transparent „Syngenta remains Syngenta – Paraquat remains deadly – Responsibility remains a duty“, weiteren Schildern und Transparenten (auch auf Chinesisch) wandten sich die Protestierenden an die Spitze des Staatskonzerns ChemChina, dem Syngenta jetzt gehört. Diese müssen ab sofort dafür sorgen, dass die Menschenrechte auf Gesundheit und auf Nahrung, sowie die Gewerkschaftsrechte ihrer Angestellten endlich weltweit respektiert werden. MultiWatch und ihre Trägerorganisationen verlangen, dass die drei konkreten und gut dokumentierten Fälle von Menschenrechtsverletzungen auf Kauai, in Brasilien und in Pakistan sofort gelöst werden. In Kauai wurden in Kinderhaaren bis zu 26 Pestizide nachgewiesen, da sich Syngenta weiterhin weigert, ihre Testfelder nicht in Nähe von Wohnhäusern und Schulen zu betreiben und der Öffentlichkeit Auskunft zu geben, welche Gifte sie wann ausbringen. In Brasilien, wurde Keno vor bald zehn Jahren von Syngenta-Sicherheitskräften getötet. Kenos Witwe wartet trotz Gerichtsurteilen gegen Syngenta weiterhin auf eine Entschädigung. Imran Ali, der Gewerkschaftsführer aus Pakistan wurde vor sieben Jahren entlassen, da er von Syngenta verlangte, sich an das Arbeitsgesetz und den lokalen Gesamtarbeitsvertrag zu halten. ChemChina hat jetzt die Gelegenheit diese ‚Altlasten‘ schnell zu bereinigen.

Ueli Gähler vom Mitorganisator MultiWatch stellt klar: „Wenn Syngenta, Syngenta bleibt, dann muss auch unser Protest bleiben. Jetzt wo ChemChina Syngenta von der Börse nimmt und noch mehr Intransparenz herrschen wird, ist mehr denn je die Öffentlichkeit gefordert. Die offizielle Schweiz und auch die Basler Regierung muss dafür sorgen, dass die Menschenrechte respektiert werden. Die giftigen Exporte wie Paraquat in die Länder des Südens müssen gestoppt werden.“
Mahnwache vor GV: Umweltorganisationen kritisieren Syngenta - inkl. Video (St. Galler Tagblatt, 26.6.2017)
Protest an letzter Aktionärsversammlung von Syngenta (SRF, 26.6.2017)
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Rede von Ueli Gähler (MultiWatch) an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (20.5.2017) - document, 0.50 MB)   Rede von Ueli Gähler (MultiWatch) an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (20.5.2017) (0.50 MB)

Zurück