Die Drohung des Schweizer Multis

Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore widersetzt sich in Sambia einer Strompreiserhöhung. Eine kleine Geschichte über die politische Macht eines transnationalen Unternehmens.


Vor ein paar Tagen stieg Telis Mistakidis, Chef des Kupfergeschäfts des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore, der in Zug in einer Villa wohnt, in ein Flugzeug, Destination Sambia. Dort wurde er von Staatspräsident Edgar Lungu empfangen. Der Grund für das Treffen: Glencores Tochtergesellschaft Mopani, die in Sambia Kupferminen betreibt, widersetzt sich einer Strompreiserhöhung und hat damit gedroht, 4700 ArbeiterInnen auf die Strasse zu stellen. In Sambia spricht man von Erpressung.

Die Preiserhöhung ursprünglich beschlossen hat der staatliche Energieversorger Zesco, der die Firma Copperbelt Energy Corporation mit Strom beliefert, die diesen wiederum an die Minenbetreiber verkauft. Hintergrund ist die schwere Elektrizitätskrise, in der Sambia seit über zwei Jahren steckt: Wegen Trockenheit sind die Staudämme, die über neunzig Prozent des Stromverbrauchs decken, fast leer. Um die Minen, die über die Hälfte des Stroms fressen, versorgen zu können, hat die Regierung die Energie für die Bevölkerung rationiert – täglich fliesst während Stunden kein Strom. Zudem kauft sie teure Energie aus dem Ausland.

Lange hat der sambische Staat einen Grossteil der Mehrkosten übernommen, obwohl er tief in Schulden steckt und mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Hilfskredit von 1,3 Milliarden US-Dollar verhandelt. Nun sahen sich Zesco und Copperbelt Energy gezwungen, die Tarife zu erhöhen: für Minenbetreiber um 54, für alle anderen um 75 Prozent.(...)
Ganzer Artikel (WOZ, 7.9.2017)
Zambia's Glencore's unit agrees to pay new higher electricity tariffs (Reuters, 11.9.2017)
Zambian president tells Glencore unit to accept new power prices (Reuters, 26.8.2017)
Glencore's Zambian unit says to shed 4,700 workers due to power shortages (Reuters, 22.8.2017)

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