Das unheimliche Sterben unserer Insekten

Die Zahl der kleinen Kerbtiere nimmt rapide ab. Auch in der Schweiz. Fachleute sind besorgt. Denn die Folgen könnten katastrophal sein.


(...)Unter dem Strich ist eine Abnahme von 76 Prozent belegt. «Alarmierend», sei die Studie, heisst es beim Bundesamt für Umwelt in Bern. Ähnliche Tendenzen seien in der Schweiz erkennbar. Was es für uns Menschen bedeutet, wenn die Insekten verschwinden, weiss niemand so genau. Hannes Baur, Kurator der Insektensammlung des Naturhistorischen Museums Bern: «Wenn Insektengruppen im grossen Stil wegbrechen, hat das Folgen für das ganze Ökosystem.»

Es gibt Horrorszenarien. Zum Beispiel, dass sich Gemüse und Früchte irgendwann nur noch die Reichen leisten können. Drei Viertel aller Nahrungspflanzen werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt. Fallen sie weg, muss von Hand bestäubt werden.(...)

Für dieses Sterben gibt es Gründe. Sicher setzen der Verlust und die Veränderung der Lebensräume den Insekten zu. Besonders im Fokus steht aber die Landwirtschaft. Genauer: der massenhafte Einsatz von Pestiziden.

Für den Wissenschaftler und Naturschützer Bijleveld sind synthetische Pestizide der Hauptgrund für das Verschwinden der Insekten. Zur Gruppe dieser Pflanzenschutzmittel, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen, gehören auch die Neonikotinoide.(...)

Es ist ein Kampf um viel Geld. Rund 9,6 Milliarden Franken verdient allein der Schweizer Agro­konzern Syngenta jährlich weltweit mit Pflanzenschutzmitteln. Die Nutzung von Neonikotinoiden wird zurzeit durch ein ­Moratorium in der EU und der Schweiz stark eingeschränkt. Ende Jahr läuft es aus. Zurzeit kämpft Syngenta vor einem EU-Gericht dafür, dass diese Pestizide nicht vollständig verboten werden. (...)

Ganzer Artikel (Blick, 31.10.2017)

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