Nestlé in Brasilien unter Beschuss

Internationale Lebensmittelhersteller, darunter auch Nestlé, sind von der «New York Times» ins Visier genommen worden: Sie seien für die Fettleibigkeit der Brasilianer verantwortlich, heisst es.


Die Reportage kommt für Nestlé zur Unzeit. Kurz bevor der Schweizer Lebensmittelkonzern an seinem Investorentag die Strategie für die nächsten Jahre erklären will, ist in der «New York Times» eine dreiseitige Reportage über die Ess-Probleme der Brasilianer erschienen. Danach sind heute 20% der Bevölkerung fettleibig, 58% haben Übergewicht, und 9% der Kinder leiden unter starkem Übergewicht und erkranken deswegen immer öfter an Diabetes oder Bluthochdruck. Verursacher von Adipositas als Volkskrankheit seien vorab die Lebensmittelkonzerne, meint die «NYT»: Coca-Cola, der Hähnchenbrater KFC, aber vor allem auch Nestlé. «How Big Business Got Brazil Hooked on Junk Food», lautet der Titel der Reportage, die nun auch in Brasiliens Medien nachgedruckt wird und für Aufmerksamkeit sorgt.

Laut dem Bericht bieten internationale Lebensmittelkonzerne in den aufstrebenden Märkten Produkte an, die sie in den Industrieländern gar nicht mehr absetzen können, weil sie zu salzig, fettig und zu süss sind. Mit den wachsenden Verkäufen einfacher Artikel könnten die Firmen das langsame Wachstum in ihren Heimatmärkten ausgleichen, heisst es. Ein Blick auf den Konsum eines ärmeren Haushaltes in Brasilien bestätigt die Fehlernährung: Wer es sich leisten kann, der trinkt Cola schon zum Frühstück, isst Chips gegen den Hunger und geniesst süssen Kuchen zwischendurch.(...)
Ganzer Artikel (NZZ, 26.9.2017)
How Big Business Got Brazil Hooked on Junk Food (NYTimes, 16.9.2017)
Nestlé mit einem Heer ahnungsloser Verkäuferinnen (InfoSperber, 14.10.2017)

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