Paradise Papers: Vitol - Der Genfer Ölgigant und Nigerias «Playboy»

Der Schweizer Rohstoffhändler Vitol hat sich Öl in Nigeria gesichert. Am Anfang steht Milliardär Kola Aluko, gegen den das FBI ermittelt.


m Boulevard du Pont-d’Arve 28 in Genf prallen Lebenswelten aufeinander. Im Erdgeschoss des 80er-Jahre-Baus hat sich der Latino-Club Ibiza eingerichtet; im selben Gebäude findet man auch eine Billardhalle, eine Filiale des Bräunungsstudios Centre Azur, ein Chic-Chicken- Fast-Food-Restaurant – und eines der umsatzstärksten Unternehmen der Schweiz. Im fünften Stock arbeiten die Trader des international grössten unabhängigen Ölhändlers Vitol, die täglich gegen 7 Millionen Fass Öl verschieben und 250 Supertanker kontrollieren.

Der Konzern ist ein Gigant, der mit weltweit 40 Büros voriges Jahr 152 Milliarden Dollar umsetzte. Das entspricht einem Viertel des gesamten Bruttoinlandprodukts der Schweiz. Aber Vitol ist eine Blackbox. Weil das Unternehmen mehrheitlich rund 350 Mitarbeitern gehört, gibt es keine Börsen-Offenlegungspflichten. Und das bedeutet in einer an sich schon verschwiegenen Branche, dass die Geschäfte des schweizerisch-holländischen Konzerns besonders im Verborgenen geschehen.

Das ändert sich nun – zumindest in einem Fall: In den Paradise Papers finden sich Dokumente eines heiklen Vitol-Geschäfts in Afrika, das dank dem Datenleck erstmals bekannt wird...
Ganzer Artikel (Der Bund, 8.11.2017)

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